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  • Mo., 22. August 2022, 16:16 Uhr
    MUSIKFESTIVAL: Jazz & Joy von rund 14.500 Gästen besucht / Mit Bravour über die Bühne gebracht

    Wormser Strahlkraft

    Die britischen Pop- und Rocksängerin Bonnie Tyler bot wie zu erwarten eine professionelle Show. Foto: Rudolf Uhrig

    Von Rudolf Uhrig › David Profit, Staatssekretär und Amtschef im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration weiß, in welchem Kreise er was sagt – und erntete Jubel und Applaus beim Empfang des Oberbürgermeisters am Freitag im Innenhof des Andreasstifts, als er von einer ganz besonderen Strahlkraft, die von Worms als ältester Stadt Deutschlands ausgehe, sprach. Balsam für die Seelen der Gäste.


    Auch Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Kultur und Veranstaltungs-GmbH (KVG), hörte das gerne und wiederholte das Schlagwort „Strahlkraft“, denn hierzu trägt die Tochter der Stadt immerhin immens bei: Erst vor wenigen Tagen ein fulminantes und viel beachtetes Festspiel-Event gestemmt, und jetzt das 31. „Worms: Jazz & Joy“ mit Bravour über die Bühne gebracht.


    14.500 Besucher, so schätzt er rückblickend, waren an den drei Tagen gekommen. Als zuständige Beigeordnete berichtet Petra Graen, dass sie während des Festivals nur Zustimmung und Begeisterung vernommen habe. „Die treuen Fans des Festivals standen sozusagen schon lange in den Startlöchern!“ 640.000 Euro waren für das 31. Sequel aufzubringen. „Denn,“ so Kaiser, „alles wurde teurer und es herrscht bei vielen Beteiligten zudem Personalmangel.“ Insofern galt auch sein großer Dank den Sponsoren. Allerdings lässt er auch keinen Zweifel daran, dass noch mehr Sponsoren und Gelder für die kommenden und herausfordernden Jahre gewonnen werden müssen.


    Dr. David Maier, Kulturkoordinator und selbst erfolgreicher Musiker, wies in seinen Bühnenansprachen auch immer wieder darauf hin, dass sich alle Beteiligten, besonders aber die Musikerinnen und Musiker darauf freuten, endlich wieder live spielen zu dürfen. Einige hätten allerdings auch während der Pandemie aufgeben müssen.


    Jazz vom Feinsten für Liebhaber


    In diesem Jahr überwog jedoch der „Joy“-Faktor gegenüber dem Jazz deutlich. Aber wenn Jazz, dann vom Feinsten! Stellvertretend dafür sind das Julia Hülsmann-Trio, die Ethio-Jazz-Combo Arat Kilo w/ Mamani Keita & Mike Ladd, Curis Stigers, Emile Parisien Sextet LOUISE feat. Theo Croker und natürlich Joo Kraus zu nennen.


    Publikumsmagneten für breite Masse


    Publikumsmagneten waren Silbermond, Bonnie Tyler, Ecos de Siboney, Hypnotic Brass und Moop Mama, die sogar einige Stunden vorher noch in Leipzig spielten, so Keno Langbein, der Frontmann der Combo. Aber „diese Terminüberschneidung war ein Versehen der Band!“, gab er zu. Das war den Münchner Gute-Laune-Musikern aber auf keinen Fall anzumerken.


    Viel zu groß war allerdings der Markplatz für Alex Mayr und Luisa, sie hätten ein „intimeres Areal“ verdient gehabt.


    Gut für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kultur- und Veranstaltungs-GmbH, dass nunmehr mit dem Backfischfest, das letzte große Event „abgearbeitet“ werden muss. Auch gut für die Rasen- und Grünflächen am Dom und im Heylshofpark, die nicht nur unter der Trockenheit leiden mussten.

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