125 Jahre Theatergeschichte des heutigen „Das Wormser“ / Sehenswerte Kooperation der Sparkasse und des Stadtarchivs
Wormser Theater als Nibelungenschatz
Wolfhard Hensel, Dr. Gerold Bönnen sowie Gary Fuhrmann am Saxophon und Gernot Kögel am Bass bildeten neben Oberbürgermeister Michael Kissel das Rahmenprogramm zur Ausstellungseröffnung in der Sparkasse. Foto: Florian Helfert
VON FLORIAN HELFERT „Vor über 125 Jahren wurde der Wormser Theaterbau durch finanzielle Zuwendungen der Sparkasse möglich, so dass wir gerne an die beeindruckende Geschichte des Wormser Theaters erinnern möchten“, blickte Wolfhard Hensel als Pressesprecher des Vorstands der Sparkasse Worms-Alzey-Ried in eine gut besuchtes Sparkassenfoyer. In guter Nachbarschaft zum Theater und aufgrund der verflochtenen Historie wolle man mit einem kleinen Einblick Stadtgeschichte würdigen. „Wir hoffen, auf einen spannenden Dreiklang der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so Hensel weiter.
„Selbstbewusst nennen wir unser saniertes Theater schlicht 'Das Wormser'“, erläuterte Oberbürgermeister Michael Kissel zur Ausstellungseröffnung und würdigte das Theater als kulturellen Marktplatz der Nibelungenstadt. Generell bilde Theater Identität und präge sowohl den Charakter als auch das Gesicht einer Stadt. „In einer weiteren Kooperation mit dem Stadtarchiv zeigt die Sparkasse, wie sehr sie mit Worms verbunden ist“, dankte Kissel der inzwischen über 175 Jahre alten Anstalt des öffentlichen Rechts.
Mit profunden Recherchen überraschte Dr. Gerold Bönnen die Gäste der Sparkasse und erinnerte an die Kosten des ersten Wormser Theaters im 19. Jahrhundert: 600.000 Mark bei einem städtischen Etat in Höhe von nur 4,7 Millionen. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr auch eine zeitgenössische Kritik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in welcher zwar die Architektur hoch gelobt, die erste Theateraufführung im damaligen Neubau allerdings süffisant zerrissen worden war. Ebenso amüsant berichtete Dr. Bönnen von den kulinarischen Genüssen russischen Kaviars zur damaligen Premiere - ganz zu schweigen von etwa „Pyramiden aus Hummer“ anlässlich des kurz darauf folgenden Besuchs des deutschen Kaisers. Bei Brezeln und Wein hingegen zeigte sich das heutige Worms in den Räumen der Sparkasse erfreulich bescheidener und applaudierte stattdessen lieber Jazzpreisträger Gary Fuhrmann am Saxophon und Gernot Kögel am Bass.
Die Ausstellung kann weiterhin in der Wormser Sparkasse am Lutherring besichtigt werden.