Brunnenwasseruntersuchung belegt, dass das eigene Brunnen-Wasser häufig zum Planschen geeignet ist
Wormser Wasser meist zum Planschen geeignet
Zusätzlich berät Harald Gülzow, Experte im VSR-Gewässerschutz zu Fragen von Belastungen des Grundwassers, zwischen 9 und 12 Uhr unter 02831/976523 interessierte Bürger am Telefon. Die Gewässerschützer werden weitere Untersuchungen durchführen.
Bei den Wasseruntersuchungen der letzten beiden Jahre im Raum Worms wurde festgestellt, dass das Wasser von der Hälfte der untersuchten Brunnen zum Planschen geeignet ist. Die zum Teil extrem heißen Sommertage wie im letzten Jahr und die zu weit entfernten und überfüllten Freibäder führen dazu, dass immer mehr Eltern gezwungen sind große Mengen Wasser für die Befüllung der Pools aufzuwenden. Hier ist es sinnvoll statt dem kostbaren Leitungswasser Brunnenwasser zu nutzen, das vorab natürlich auf seine Eignung überprüft wurde. Zum Planschen und Schwimmen braucht das Wasser zwar keine Trinkwasserqualität zu besitzen, Risiken für die Gesundheit der Kinder sollten aber ausgeschlossen werden.
Der VSR-Gewässerschutz überprüfte in den letzten beiden Jahren 57 privat genutzte Brunnen in Worms auf ihre Eignung zum Befüllen eines Planschbeckens. Der häufigste Ausschlussgrund waren mögliche Belastungen des Brunnenwassers durch Einflüsse von Altlasten sowie landwirtschaftliche bzw. weinbauliche Nutzung. Hier von waren 39 % der Brunnen betroffen. In 9 % der Brunnen fanden die Gewässerschützer eine derart hohe bakteriologische Belastung mit coliformen Keimen und e.Coli, dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen kann.
Der VSR-Gewässerschutz rät bei kleinen Kindern dazu eher kleine Planschbecken zu kaufen. Statt Desinfektionsmittel zu verwenden, sollte das Wasser je nach Temperatur und Nutzung jeden oder nach maximal drei Tagen gewechselt werden. Das genutzte Nass kann dann zum Gießen verwendet werden. Wer es nicht mühselig mit der Gießkanne aus dem Planschbecken schöpfen will, kann sich hierfür auch eine einfache Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt zulegen. Wenn nur ein kleiner Garten zu bewässern ist, kann man das zum Baden genutzte Wasser auch in einer Regentonne zwischenlagern. "Wenn allerdings im Planschbecken Biozide wie Desinfektionsmittel oder Mittel zur Algenbekämpfung eingesetzt wurden, kann man das Wasser nicht mehr zum Bewässern seiner Pflanzen nutzen. Es muss dann in die Kanalisation geleitet werden. Wenn mit Bioziden behandeltes Wasser versickert wird, belastet es dort das Grundwasser." so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.
Leitungswasser wird heutzutage zum großen Teil aus tiefliegenden Grundwasservorräten gewonnen, mit denen dringend nachhaltiger umgegangen werden muss. Das oberflächennahe Grundwasser, aus dem man mittels eines Gartenbrunnen fördert, wird durch das Versickern von Regenwasser schnell wieder aufgefüllt. Der VSR-Gewässerschutz rät, hierzu das Regenwasser vom Dach im Garten zu versickern und nicht über die Kanalisation zu entsorgen. Am besten eignet sich dabei die Muldenversickerung, da sie sich gut in den Garten eingliedert und dafür sorgt, dass das Regenwasser optimal durch die Bodenschichten gereinigt wird. Auf diese Weise wird die entnommene Wassermenge für das Befüllen eines Planschbeckens und zum Gießen wieder aufgefüllt
Weitere Informationen zur Verwendung von Brunnenwasser und der Möglichkeit der Wasseruntersuchung findet man auf der Homepage der Gewässerschutzer unter VSR-Gewaesserschutz.de.