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Fr., 06. Februar 2015, 18:33 Uhr
Eröffnungskonzert am 28. Februar mit Liedern des französischen Hofes
wunderhoeren 2015 lehrt, mit Fremdheit umgehen
wunderhoeren – die dritte: Oberbürgermeister Michael Kissel, Karin Heyl (Kulturförderung BASF SE) und Volker Gallé präsentieren zum dritten Mal das Festival wunderhoeren-Tage Alter Musik und Literatur. Foto: Regina Urbach
VON REGINA URBACH Fremde Musiktraditionen erleben (und genießen!) ist ein erklärtes Ziel des Musikfestivals wunderhoeren, das Musik und Literatur aus der Antike bis zur Renaissance bis 12. Juli in 16 Veranstaltungen an Wormser historischen Aufführungsorten wieder mit Leben füllen wird.
Bei der Pressekonferenz am Freitag würdigte OB Michael Kissel den „unglaublichen Publikumszuspruch“, den das Festival seit 2011 erreich habe. Laut Kulturkoordinator Volker Gallé waren es zwar jährlich nur etwa 2.800 Besucher, teils von weiter her, aber diese machten einander durch Mund- zu-Mund-Propaganda aufmerksam, fragten jetzt schon nach, „wann es wieder losgeht“ und stünden letztlich für einen weiteren „Schatz“ der Stadt.
BASF SE als Hauptsponsor Worms, so sah es auch Kissel, suche sein Nibelungengold ja vorwiegend im kulturellen Erbe. Für den Hauptsponsor, die BASF SE, sprach Karin Heyl (Leitung Kultur, Sport und Soziales) von einer schon „an sich“ förderungswürdigen Veranstaltung, die an geschichtsträchtigen Orten Literatur und Musik vergangener Epochen erlebbar mache und die Frage aufwerfe, „was wir mit dieser Erfahrung von Fremdheit heute anfangen – deutschland-, ja sogar europaweit ein brandaktuelles Anliegen.“
Auftakt am 28. Februar Zu hören sein werden am 28. Februar französische höfische Musik des 14. Jahrhunderts, am 13. März orientalische Geschichten aus Andalusien aus dem Munde der Orientalistin Claudia Ott (Autorin der Neuübersetzung von 1001 Nacht), Musik zu Lutherschen Texten (17. April), ein Klangexperiment mit Zuhörergruppen an mehreren Stellen im Dom (19. April), Musik der Römer zum Rheinhessentag im Andreasstift (26. April), ein „Bürgerchor“ aus Freiwilligen auf dem Wormser Obermarkt, die in drei Stunden ein Trinklied aus den Carmina Burana einüben (9. Mai), Wikingermusik (31. Mai) und die Uraufführung „Rheingold“ von Rüdiger Oppermann, extra für dieses Festival bestellt und, wie schon das Vorgänger- Opus „Brendans Voyage“, als Brückenschlag zur Weltmusik angelegt (27. Juni).
Eine zweite Uraufführung wird um das Wormser Ensemble Paulinum und Barockorchester Pulchra Musica auf der Kulturnacht (4. Juli) zu hören sein. Gallé empfahl auch auf das umfangreiche Bildungs-Rahmenprogramm aus Vorträgen, Museumspädagogik und vielem mehr.
Mit diesem international ausgerichteten Nischen-Festival (Etat 180.000 Euro, die Differenz zu 115.00–120.000 eingespielten Euro bezuschusst die Stadt) will sich Worms weiter als Kulturstadt mit Geschichte präsentieren. Im Rundfunkbereich fand wunderhoeren bereits Anklang in Deutschlandfunk und SWR.