Einwohnerantrag zum Baugebiet „Lorchsmühle“ in Osthofen / 1000 Unterschriften erreicht
Wundertüte nicht akzeptabel
Befürworter der Naturlandschaft werben weiterhin fleißig um Unterstützer.
Die Bürger von Osthofen haben bislang ein klares Signal von sich gegeben: Mehr als 1000 von ihnen lehnen eine Bebauung auf dem nördlichen Teil des Lorchsmühlgeländes ab. Weitere 500 Unterschriften hierzu wurden nun formlos der VG Wonnegau übergeben, denn Verbandsbürgermeister Wagner und Bürgermeister Goller standen für einen Fototermin nicht zur Verfügung. So trafen sich Nils Hoffmann und Karl-Ludwig Lahr zum Fototermin direkt am Gelände, waren aber sichtlich enttäuscht, dass keine offizielle Übergabe erfolgte.
Zwar wurden für den Einwohnerantrag ursprünglich nur etwa 145 Unterschriften benötigt, damit der Stadtrat gezwungen wird, innerhalb von 90 Tagen eine Entscheidung zu treffen, doch der Rücklauf überrollte die Antragsteller wie eine Lawine: „Die Unterstützung ist enorm“, so Günter Sum, einer der drei Initiatoren, „den Bürgern liegt das Landschaftsbild an dieser Stelle sehr am Herzen. Und der Stadtrat sollte den vergifteten Apfel der neuen Bauabsichten nicht annehmen!“.
Denn mittlerweile liegt ein neuer Vorschlag der Investoren auf dem Tisch, die scheinbar gemerkt haben, dass ihre Planung bei vielen Leuten schlecht ankommt: Sie verzichten nach eigenem Bekunden im Norden auf Mehrparteienhäuser, hätten auf der Hälfte des Wingerts und auf einem angrenzenden Grundstück aber gerne insgesamt drei Bauplätze für Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnungen.
Für die Anbindung der Bauplätze wird vom Stärkmühlweg kommend eine Brücke über den Mühlgraben benötigt, was einen ebenso großen Eingriff in die Natur darstellt. "Was ist mit den restlichen 3000 Quadratmetern, die im Bebauungsplan drinbleiben sollen?", fragt sich Günter Sum. Kerstin Janneck, die Dritte im Bunde der Antragsteller, vermutet, dass dieser Bereich aufgehoben wird für günstigere Zeiten. „Keiner gibt die Garantie, dass in zehn Jahren da oben nicht doch alles zugebaut wird“, befürchtet Karl-Ludwig Lahr, einer der Unterzeichner.
"Es könnte sein, dass nun der eine oder andere Stadtrat dieser Wundertüte nicht abgeneigt ist und dabei den ausdrücklichen Willen einer überwältigenden Zahl der Osthofener ignoriert", so Matthias Bösl von den Gegnern des Baugebietes, „es ist für die Natur und das Landschaftsbild nach wie vor eine schlechte Lösung, das muss man einfach wissen“.
Deshalb werben die Befürworter der Naturlandschaft weiterhin fleißig um Unterstützer. „Je mehr Unterschriften zum Zeitpunkt der Abstimmung im Stadtrat vorliegen, umso besser“, hofft Matthias Bösl auf ein klares Votum. Sie können sich zur Anforderung des Vordrucks per Email beim NABU Worms-Wonnegau per E-Mail an vorstand@nabu-worms.de oder per Telefon bei Günter Sum 06242/5277 melden. Der Unterschriftenvordruck wird dann zugemailt oder in den Briefkasten gesteckt.