Di., 01. September 2015, 10:00 Uhr
Insgesamt steigt die Wormser Arbeitslosenquote im August auf 8,0 Prozent
Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt ab
Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten ist ein jährlich übliches Szenario. Junge Menschen beenden Schule, Studium oder Ausbildung und münden zeitverzögert in eine nächste Etappe.
Auch dieses Jahr ist die Arbeitslosigkeit in Worms im August noch einmal gegenüber dem Vormonat angestiegen, jedoch deutlich schwächer als noch im Vorjahr. Insgesamt sind dadurch auch weniger Bewerber/innen unter 25 arbeitslos gemeldet als im August 2014. „Wir freuen uns, dass es offenbar vielen gelungen ist, den Übergang in Beschäftigung innerhalb einer möglichst kurzen Zeitschiene zu schaffen“ so Susanne Decker, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Worms. „Dies beweist einmal mehr, dass eine fundierte Ausbildung vor einer andauernden Arbeitslosigkeit schützt. Zusammen mit der Tatsache, dass uns trotz der Urlaubsphase aus der Wirtschaft mehr Stellen gemeldet wurden als im Juli, können wir auf eine stabile Gesamtsituation blicken“.
Für alle Jugendlichen, die noch keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden haben, bietet der Markt außerdem noch immer Chancen: in zahlreichen Branchen stehen in Worms und Umgebung noch Ausbildungsangebote zur Verfügung.
Erfreulich auch, dass sich die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen, vor allem im Bereich der Grundsicherung, sowohl gegenüber dem Vormonat, deutlich aber auch gegenüber den Vorjahreswerten verringert hat. „Die Bemühungen, sich dieser Zielgruppe ganz besonders anzunehmen, fangen langsam an Früchte zu tragen“, so Decker. Die gezielte Ansprache von Arbeitgebern, ein umfassendes Coaching-Angebot für die Arbeitnehmer vor und nach Aufnahme der Beschäftigung aber auch einfache, arbeitsplatzbezogene Weiterbildungen oder Qualifizierungen zur Verbesserung zentraler Grundkompetenzen sind hier die zentralen Stichworte der Beratungsarbeit.
Die Zahlen im Einzelnen
Im August waren in Worms insgesamt 3.537 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 55 mehr als im Juli, aber 217 oder 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Juni von 7,8 Prozent auf 8,0 Prozent. Von den 3.537 Arbeitslosen im Juli wurden 1.014 von der Arbeitsagentur und 2.523 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit liegt sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung als auch im Bereich der Grundsicherung vor. Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-jährigen erhöhte sich im Laufe des Monats um 0,6 Prozent auf 9,2 Prozent (im Vorjahr um 1,9 auf 11,0 Prozent).
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen erfasst, liegt nahezu auf dem Vormonatsniveau. Mit 10,0 Prozent bleibt die Quote unverändert.
Der Stellenzugang zeigte sich in der Ferien- und Haupturlaubszeit lebhafter als im Vormonat. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 277 Stellen, 43 mehr als im Juli und 17 mehr als ein Jahr zuvor.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Rheinhessen zeigte sich auf allen regionalen Arbeitsmärkten. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,2 auf 5,4 Prozent, Stadt Mainz von 6,4 auf 6,6 Prozent, Stadt Worms von 7,8 auf 8,0 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,2 auf 4,3 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,7 auf 3,8 Prozent.