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  • Do., 11. August 2022, 10:19 Uhr
    NEUHAUSEN: Versiegelte Asphaltfläche am Liebermannring muss weg / Über Renaturierung alle einig

    „Zeit ist über die Nutzung hinweggegangen“ 

    Ortstermin zur Renaturierung des versiegelten Platzes „In den Lüssen“ Liebermannring.  Johanna Lucke, Dieter Rau, Michael Gerbich, Marin Hermann, Timo Horst und Uwe Merz zeigen erste Ideen auf der besagten versiegelten Fläche. Alle sind sich einig: die muss weg. Foto: Rudolf Uhrig

    Von Rudolf Uhrig › Da war ihm seine Erfahrung als Lehrer sehr hilfreich, denn die Emotionen kochten hoch, direkt neben der unliebsamen Asphaltlandschaft im Liebermannring. Timo Horst, der das städtische Dezernat III verantwortet, musste zur Ruhe und sachlicher Diskussion ermahnen. Einige Anwohner wurden benachrichtig, einige nicht. Fühlten sich hintergangen. Und überhaupt, was plant die Stadtverwaltung und ihr Grünflächenamt da? Rasen, Bäume, eine Kleingartenanlage. Ja, die Belästigung durch Mopeds und viele parkende Autos möchte auch niemand mehr.


    Timo Horst, wie auch Dieter Rauh, Abteilungsleiter des Grünflächenamtes, hatten zusammen mit Ortsvorsteher Uwe Merz sowie Ingenieurin und Landschaftsarchitektin Johanna Lucke zum Ortstermin gebeten – und unter anderem über den Nibelungenkurier sogar wiederholt öffentlich eingeladen. Was Horst lernte und mitnahm: die Anwohner unterscheiden in einen „inneren und äußeren“ Liebermannring; und alle möchten mitreden. Aber, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte, nicht unbedingt arbeiten. Ein Anwohner hatte da schon ein schlagendes Argument: „… wir sind alle schon älter!“ Eine andere Bewohnerin bemerkte auf das Argument von Horst, dass hier ja auch Enkel vielleicht mal einen Besuch abstatten könnten, „wir haben alle unsere Gärten.“


    Fakt ist: die rund 430 Quadratmeter große Asphaltfläche, die mal als Tennisplatz diente und mitten im Wohngebiet des Liebermannring liegt, muss weg. Da sind sich Stadtverwaltung und Anwohner einig. Allerdings waren die versammelten Anwohner der Meinung, die Stadtverwaltung habe bereits über deren Rückbau bzw. die Renaturierung entschieden. Wie sich aber schnell herausstellte, ist das nicht der Fall.. „Wir sind heute hier zusammen gekommen“, so Timo Horst, „um Meinungen und Ideen zu hören, wir sind vollkommen offen.“ Ein Biotop für Insekten, eine Streuobstwiese vielleicht? Das waren so erste Ideen die nun in die Runde geworfen wurden. Horst, Rauh, Merz und auch Lucke hatten dagegen nichts einzuwenden. Horst warf die Frage auf „Wer pflegt das alles“? Der NABU wurde ins Spiel gebracht. Aber der war der nachmittäglichen Einladung nicht gefolgt. Die Einwohner wollten auch wissen, was passiert mit der Umzäunung, den hohen Masten, auch dem Weg, der Hecke, die gegebenenfalls, wie es Anwohner Kurt-Rainer Traub sagt, nicht halbseits u.a. auf seinem Grundstück wächst und die er seit fast vierzig Jahren pflegt.


    Am Ende bleibt: es war ein erster gemeinsamer Ortstermin, an dem die Meinungen kundgetan wurden. Michael Schalk, ein Anwohner, sammelt als Vermittler zwischen Anwohnern und Stadt weitere Meinungen und Ideen der Anwohner.


    Fazit: Ein Anfang ist gemacht. Immerhin. Aber mehr auch noch nicht.

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