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  • Mo., 25. April 2016, 10:30 Uhr
    Römer auf dem Römertag im Andreasstift lebendiger denn je / Lebendiges Latein

    Zeltlager auch auf dem Spectaculum

    Mit solcher Aufmerksamkeit wie zum Römertag wird man heute nur noch selten begrüßt. Auch viele römische „Zivilisten“ zeigten sich vor allem kleineren Besucherinnen und Besuchern gegenüber erklärungsfreudig. Foto: Regina Urbach


    VON REGINA URBACH Zweimal Römertag Rheinhessen (bereits den neunten) konnten Familien am vergangenen Wochenende auch im Wormser Andreasstift erleben, allerdings eher mit germanischem denn römischem Wetter. Stilecht gekleidete Legionäre, aber auch des Webens, der Speisezubereitung und allerlei Handwerks kundige Landdamen und –herren aus dem Jahre 100 nach Christus erklärten Techniken, Bräuche und Spiele der Römerzeit. Viele Spiele des im Kreuzgang aufgebauten kleinen Parcours wirkten wie von Minigolf, Ubongo etc. inspiriert und kamen vor allem bei den Kindern im Grundschulalter gut an. Statt mit Kunststoffprodukten spielte man eben mit Walnüssen, Fliesen und Holz. Für die Erwachsenen gab es einen Einblick in römische Webtechniken am nachgebauten, handlichen Webrahmen des Ehepaars Rienkes, eine einladende Tafel mit Köstlichkeiten, die auch heute trefflich munden, etwa dem Vorläufer des Spundekäs, und natürlich die Exponate im Kreuzgang zu bewundern. Der Eintritt für Führungen und Museum war frei.

    Lebendiges Latein

    Selbst bei den feuchtkalten Temperaturen kamen Familien auch von außerhalb Worms‘ mit begeisterten kleinen Römerinnen und Römern. Man konnte den Führungen von Hartmut Dietrich in lebendigem Latein und von Dr. Josef Mattes lauschen, der die Inschriften auf den Grabsteinen im Kreuzgang erklärte und von Museumspädagogin Katharina Gernegroß („Veni, vidi, Worms“), die das Leben der römischen Soldaten, der Jungen und Mädchen anhand der Exponate im Museum erklärte. Mit zwölf Jahren heiraten oder lieber bis Sonnenuntergang in der Schule Grammatik, Rhetorik und das Handwerk des Politikers lernen? So lautete damals die Alternative für Mädchen und Jungen. Als praktische Zugabe durften die Kinder sich als römische Braut oder Soldat verkleiden und sich von „Sklaven“ dabei helfen lassen. Sitzgruppen mit Asterix-Comics und –figuren hielten die Familien noch eine Weile im kuschelig-warmen Museum.

    Beim Spectaculum vom 27. bis 29. Mai dabei

    Dass sich so viele leibhaftige Römerinnen und Römer unter die engagierten ehemaligen Lateinlehrer und Museumspädagogen gemischt hatten, ist der 2013 gegründeten IG Imperium Romanum zu verdanken, die Komparsen aus dem süddeutschen Raum nach Worms gezogen hatte. Für Organisator Nico Machmer aus Worms, selbst gewandet, ist die römische Geschichte für Worms von zentraler Bedeutung: „Aus der Römerzeit stammen die wichtigen, heute noch sichtbaren Strukturen,“ erklärt er. Das Römerlager wird dieses Jahr auch auf dem Spectaculum von 27. bis 29. Mai vertreten sein. Römerinnen und Römer werden von der IG übrigens noch gesucht: Wer Lust hat, erfährt bei www.IG-Romanum.jimdo.com mehr.

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