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  • So., 20. Mai 2018, 21:00 Uhr
    Boxprofi Antonio Hoffmann arbeitet hart an eigener Karriere und möchte das Boxen in Worms wieder populärer machen / Boxschule im INJOY / Weltmeisterschaftskampf im Juni in Karlsruhe

    Ziele setzen und für Visionen leben

    Antonio Hoffmann arbeitet hart an der eigenen Karriere und seinem Vorhaben, an die erfolgreiche Ära des Boxsports in Worms anzuknüpfen. Foto: Steffen Heumann


    Von Steffen Heumann | Mittwochabend im InjoyBox-Gym. Die Fäuste fliegen und der Schweiß fließt. Von 18 bis 20 Uhr ist Training angesagt. Antonio Hoffmann, Wormser Profiboxer mit angolanischen Wurzeln, nimmt sich die Zeit, um seine Pläne für die Zukunft zu konkretisieren. Gedanklich konzentriert sich der 23-Jährige auf den 16. Juni. Mitte nächsten Monats kann der Welter­gewichtler zum Weltmeister aufsteigen. Voraussetzung hierfür ist, den bisherigen Titelträger im Boxverband der Global Boxing Union, Rafael Chiruta, im Wildparkstadion in Karlsruhe, zu besiegen.

    Bis an Limit gehen

    Dafür trainiert Hoffmann auch in den kommenden Wochen hart, geht bis ans Limit und holt sich in den Stützpunkten Tipps vom Bundestrainer, um für den wichtigen Tag optimal vorbereitet zu sein. „Das wäre ein Traum”, so Antonio Hoffmann. „Für mich, aber auch für alle Wormser, die meinen Sport leben und lieben”, fügt Hoffmann an und erläutert sein erklärtes Ziel: den Boxsport in seiner Heimatstadt wieder populärer zu machen! „Es gibt hier viele Talente, die ich fördern möchte”, erklärt der Profi. Vom ersten Amateurkampf in Offenbach und vielen Siegen bis zum Knockout in Kanada vor großem Publikum. Hoffmann hat nicht nur positive Erfahrungen gemacht.

    „Ich bin ein Kämpfer und kann auch Niederlagen hinnehmen”, betont der 23-Jährige. Dankbar ist er allen, die ihm im Leben auch in schwierigen Situationen weitergeholfen haben. Neben den Eltern und bisherigen Trainern vor allem dem Team an Unterstützern, die seine Vision teilen, damit in Worms das Boxen auf hohem Niveau wieder salonfähig wird. „Selbst Titel holen und andere mitnehmen und begeistern”, möchte Antonio Hoffmann als Vorbild Akzente setzen. Der Neustart ist geglückt. Seine Kampfpause hat Antonio Hoffmann zum Netzwerken genutzt. „Kontakte sind enorm wichtig”, wie der Boxer unterstreicht. Die Ausgangslage ist gut. Sponsoren, darunter der Getränkegroßhandel Gegros und Mineralölhersteller Rowe, teilen die Philosophie von Antonio Hoffmann und unterstützen den gemeinsamen Weg in die Zukunft, die im BoxGym in der Alzeyer Straße geschmiedet wird. Zum Ende des Jahres ist in der Nibelungenstadt ein großer Box-Event geplant.

    Klare Regeln, Integration und Sport

    „Talent ist Segen und Fluch zugleich”, beschreibt Hoffmann die Voraussetzungen, die ein „Champ” mitbringen sollte. Wesentlich sei der Charakter und die Fähigkeit, seinen eigenen Stil zu entwickeln. „Es gibt bei uns klare Regeln”, spricht Antonio Hoffmann Klartext. „Geboxt wird nur im Ring oder im Gym. Wer sich prügeln will, ist bei uns falsch.” Am Image des Sports wird ebenso gefeilt, wie am Aufbau eines Vereines und der regelmäßigen Teilnahme an Veranstaltungen. „Boxen stärkt das Selbstbewusstsein, hilft Aggressionen abzubauen, erfordert aber viel Disziplin”, weiß Hoffmann aus eigener Erfahrung und verweist auf die sozialen Aspekte, Integration und Lernchancen oder Angebote für den Schulsport.

    Auch in diesem Bereich stellt sich das Team um Antonio Hoffmann seiner sozialen Verantwortung. An Engagement scheint es den bisherigen Mitgliedern nicht zu mangeln. Fares boxt seit vier Jahren, lobt das Klasse-Training und mag keine halbe Sachen. „Ich fühle mich hier ernst genommen”, so der 16-Jährige. Ayman, ebenfalls 16 Jahre alt, und Femi (15) sind seit zwei Monaten dabei, aber bereits „Feuer und Flamme” für den Sport. „Boxen macht uns Spaß”. „Ich will einer der Großen werden.” Der Nachwuchs ist ambitioniert, hat Ziele und verpasst kaum eine Trainingseinheit, selbst wenn der Coach nur Kondition „verordnet” und die Laufschuhe „glühen”.

    Professionalität im Amateur­bereich

    Der Rahmen ist familiär, der Gym ein Treffpunkt vieler Natio­nalitäten, die sich mit großem Res­pekt begegnen. Über allem steht der Boxsport. Einer, der das Boxen liebt und lebt ist Philipp Lehnert. Ein echter Glücksfall für die Boxschule. Mit Philipp Lehnert hat die Boxfamilie im Gym einen erfahrenen und respektierten Wormser Boxer, Trainer und internationalen Kampfrichter in den eigenen Reihen. Lehnert ist davon überzeugt, dass die Visionen nicht aus der Luft gegriffen sind. „Worms war eine Box-Hochburg”, schwelgt der erfahrene Trainer in Erinnerungen.

    Der unvergessene Trainer Erwin Kress oder die Gertel-Brüder, deren Wort immer noch Geweicht habe. Philipp Lehnert ist ein Garant dafür, dass im Amateurbereich mit höchster Professionalität gearbeitet werden kann. Ein Anfang ist gemacht, der Weg aber noch lang. Über weitere Mitglieder im Gym freut sich das Team um Antonio Hoffmann daher ebenso, wie über Sponsoren, die die Entwicklung des Boxs­portes in Worms unterstützen möchten. Reinschnuppern ins Training ist Montag bis Donnerstag von 18 bis 20 Uhr möglich. Frauen bietet sich freitags von 18 bis 20 Uhr die Möglichkeit vorbeizuschauen. Anfragen bezüglich Sponsoring sind unter E-Mail an
    hoffmann.antonio@outlook.de oder bei Gegros und Rowe möglich. Bei Interesse am Boxen, einfach zu den Trainingszeiten im INJOY vorbeischauen, informieren und mitmachen!

    Boxen aus Leidenschaft! Im Gym von Antonio Hoffmann im Injoy Worms spielt der Sport die Hauptrolle. Die Nationalität der Mitglieder ist zweitrangig, die Atmosphäre familiär. Foto: Steffen Heumann


     
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