Fr., 21. August 2020, 11:06 Uhr
STADTTEILE: „Gut laufende Ortsverwaltungen werden durch Maßnahmen der Verwaltung ausgebremst" / Ortsvorsteher üben Kritik an OB Kessel
„Zielgerichtetes Verwaltungshandeln sieht anders aus"
„Gut laufende Ortsverwaltungen werden durch Maßnahmen der Verwaltung ausgebremst", so die Ortsvorsteher von Neuhausen, Horchheim und Pfeddersheim. „Die lange Öffnungszeit am Montag in der Ortsverwaltung Neuhausen, von 14 bis 19 Uhr, soll laut vorgelegtem Plan nicht mehr stattfinden - als ständige Begründung betont Bürgermeister Kosubek immer wieder den Landesrechnungshof. Alles vorgeschoben", meint Uwe Merz, Ortsvorsteher Neuhausen, „die Ortsverwaltungen sind super gelaufen und jetzt fängt der OB an alles umzukrempeln, in dem er bei den Sekretärinnen auf einer strikten Trennung der Tätigkeiten der Bürgerserviceleistungen und für die Ortsvorsteher besteht". Dies erschwere die Arbeit der ehrenamtlichen Stadtteil-Vorsteher enorm. „Zurzeit wartet man Monate auf einen Termin im Adenauerring!", so die Ortsvorsteher. Dies zeige klar auf, dass die vier Ortsverwaltungen mit Bürgerservice hinten und vorne fehlen. „Schlecht für die Bürger, dass man die über Jahre gewachsenen Synergieeffekte auf den Ortsverwaltungen von heute auf morgen streicht. Die Kompetenzen dieser Ortsvorsteher werden auch bewusst nicht mit einbezogen und die gut funktionierende Personalstruktur verändert."
„Wollen zur Entlastung beitragen"
„Schade", so Jens Thill, Ortsvorsteher Pfeddersheim, „wir würden einfach gerne den Bürgerservice in Neuhausen, Pfeddersheim und Horchheim, wenn auch eingeschränkt, zeitnah wieder in Betrieb nehmen und zu einer Entlastung des Adenauerrings beitragen." Von Verwaltungsseite gäbe es jedoch zu Beginn einer Sitzung ständig neue Vorlagen und Ansichten. Die Folge daraus sei, dass man die Schulungszeiten nicht genau terminieren könne und dem zu folge ein Start nicht absehbar sei. Wer im Schulungszeitraum die Sekretärinnen der Vororte vertritt, wisse man auch noch nicht. „Zielgerichtetes Verwaltungshandeln sieht anders aus", sind sich die Ortsvorsteher einig. „Es wundert uns sehr, dass ein ehemaliger Ortsvorsteher solche Tiraden ausführen lässt. Hat OB Kessel vergessen, dass die Ortsvorsteher ehrenamtlich, also in ihrer Freizeit unterwegs sind und nicht Gegenwind, sondern Unterstützung benötigen? Man gewinnt langsam den Eindruck, dass hier nicht das Verlangen der Bürger und Bürgernähe im Zentrum stehen, sondern dass hier einseitige politische Abwägungen getroffen werden.
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„Weiterhin für Sekretärinnen eintreten"
„Wir werden weiterhin für unsere Sekretärinnen eintreten und versuchen, dass unsere Ortsverwaltungen in Zukunft so weitergeführt werden können, wie zuvor", so Volker Janson, Ortsvorsteher Horchheim. Durch die Entscheidung des OB entstehe für den Stadtteil Worms-Horchheim bzw. für das Eisbachtal eine Verschlechterung des Bürgerservices. Denn in Horchheim sei der Mittwoch, an dem die ganze Zeit Bürgerserviceleistungen möglich waren, und der Donnerstagabend, bis 18 Uhr, für Berufstätige, ersatzlos gestrichen worden. Diese Veränderungen waren und sind für Volker Janson nicht verhandelbar im Interesse der Bürger des Eisbachtals. „Wer sich - wieder einmal - beschweren will, der soll bitte direkt im Vorzimmer des Oberbürgermeisters anrufen, denn er sagte ja: `das ist Chefsache!`“