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  • Mi., 14. April 2021, 11:26 Uhr
    VERBAND DER HESSISCH-PFÄLZISCHEN ZUCKERRÜBENANBAUER: Arktische Nächte lassen mindestens 10 Prozent der Zuckerrüben in Hessen-Pfalz erfrieren

    Zittern vor den Frostschäden

    Die eiskalten Temperaturen in der letzten Woche haben großen Schaden bei den jungen Zuckerrübenbeständen angerichtet, dass teilte der Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer mit. Auch in den vergangenen zwei Nächten ist die Thermometer-Anzeige vielerorts wieder unter Null gerutscht, und die Zuckerrübenanbauer zittern schon vor der kommenden Nacht, die voraussichtlich wieder frostig werden wird. Mindestens 10 Prozent der Zuckerrübenflächen sind bereits jetzt vollständig vernichtet; weitere 20 bis 30 Prozent der Flächen zeigen teilweise Verluste. Die größten Schäden sind im Wonnegau, Zellertal, dem südlichen Rheinhessen und Südhessen beobachtet worden, heißt es in einer Pressemitteilung.

    „Leichten Frost können Zuckerrüben eigentlich durchaus vertragen. Der aktuelle Arctic Outbreak ist aber einfach zu viel. Die kritischste Zeit für die jungen Pflanzen ist dabei morgens kurz vor Sonnenaufgang. Durch den Klimawandel können schon früh im Jahr hohe Temperaturen erreicht werden. Später sind aber auch noch einmal Frosteinbrüche möglich, was Weinreben, Obstblüte aber auch Rüben hart treffen kann. Dabei sind die sogenannten `Eisheiligen` noch nicht einmal da. Mit diesen ist Mitte Mai nochmals eine kritische Kältephase möglich", so der Verband.

    Große Schäden zu befürchten

    Die Schäden sind nach Auffassung des Verbandes der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer weitaus größer, als viele Landwirte derzeit glauben, da man oberirdisch noch die grünen Blätter sieht und die Pflanzen unauffällig scheinen. Unterirdisch ist aber vielfach der Keimling durch Frost eingeschnürt, und damit ist die Versorgung der Blätter nicht mehr möglich. In wenigen Tagen, wenn es wieder trocken wird, sterben diese Rüben ab, befürchtet der Verband. „Man sieht den Schaden an Wurzel und kleinem Trieb erst, wenn man diesen freilegt und genau betrachtet“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Dr. Christian Lang. „Dieses Phänomen haben wir bei uns tatsächlich so noch nie beobachtet.“
    Zuckerrüben in grob strukturierten Böden sind stärker gefährdet, insbesondere im sogenannten „Hakenstadium“ unmittelbar nach der Keimung. In dieser Phase, wenn die junge Pflanze gerade die Bodenoberfläche durchstößt, können bereits Nachtfröste von -2 bis -3 °C ausreichen, um sie irreversibel zu schädigen.

    „Saattermin hatte nur geringen Einfluss"

    „Der Saattermin hatte offenbar nur geringen Einfluss“, stellt Lang fest. „Viel wichtiger ist die Ablage. Tief abgelegte Rüben, die bereits einen langen Weg nach oben zum Licht hatten, haben ihre Energie teilweise schon verbraucht und sind dann weniger widerstandsfähig.“ Die Frostschäden treffen die Rübenanbauer umso härter, da sie gerade mit hohem Aufwand versucht hatten, die diesjährige Rübensaat besser gegen Blattläuse zu schützen. Ein Umbrechen der erfrorenen Rüben bedeutet für die Anbauer jetzt nicht nur eine neue Saat, die jeden Hektar nochmals mit ca. 300 Euro belastet; die neu gesäten Rüben werden zudem weniger gut gegen Blattläuse gewappnet sein, da jetzt nur noch Saatgut ohne die schützende Beize eingesetzt werden kann. Dr. Christian Lang beziffert die bisherigen finanziellen Schäden auf mindestens 2 Millionen Euro für die Anbauer.

    Nachssat möglichts bald erfolgen

    Die betroffenen Landwirte können neues Saatgut bei regionalen Ansprechpartnern der Südzucker AG, den sog. „SRS-Leuten“, direkt abholen. Der Verband weist darauf hin, dass die Nachsaat möglichst bald erfolgen sollte, damit die geringe Feuchtigkeit der Böden noch genutzt werden kann, und um den neuen Rübenpflanzen eine möglichst lange Vegetationsdauer zu sichern: „Jeder Tag frühere Nachsaat ist jetzt wertvoll!“ Nähere Informationen und Hilfestellung erhalten die Landwirte über die Homepage des Verbandes www.ruebe.info sowie in der persönlichen Beratung durch die Experten der ARGE Zuckerrübe Südwest.

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