
Erst im Mai war der rumänische Generalkonsul Mihai Botorog bei Oberbürgermeister Michael Kissel zu Gast, um für die Errichtung eines Denkmals auf dem Wormser Hauptfriedhof zu werben. Das Landesamt zum Gedenken an gefallene Soldaten hätte die Bitte an ihn herangetragen, auf dem Friedhof ein kleines Denkmal für die gefallenen bzw. in Gefangenschaft gestorbenen rumänischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg zu errichten, hatte der Generalkonsul damals berichtet. OB Kissel hatte sich ausdrücklich für den Vorschlag ausgesprochen.
Nur wenige Wochen nach diesem ersten Treffen reiste der Generalkonsul mit einer kleinen Delegation erneut nach Worms, um technische und rechtliche Fragen zur Umsetzung seines Vorhabens zu erörtern. Eine Skizze des zukünftigen Denkmals hatten die Rumänen gleich mit im Gepäck. Geplant ist Folgendes: Bisher erinnerte ein Holzkreuz auf dem Hauptfriedhof an die im Ersten Weltkrieg in Worms verstorbenen rumänischen Soldaten. Dieses Kreuz soll demontiert und in einer rumänischen Kirche wieder errichtet werden.
Anstelle des Holz-Memorials soll in Worms ein neues, dauerhaftes Steinkreuz aufgebaut werden. Es solle etwa 2,50 bis drei Meter hoch sein, erläuterten Oberst Constantin Cosoflet und Mioara Bolosin vom Amt für die Würdigung der Helden im Verteidigungsministerium von Rumänien. Das Amt werde auch die Kosten für den Bau und die Errichtung des Denkmals übernehmen. OB Kissel und Friedhofsbetriebleiter Ralf-Quirin Heinz sicherten der Delegation ihre Unterstützung zu. Zunächst werden die Steinmetzarbeiten für die Anfertigung des Kreuzes ausgeschrieben. Es soll in Deutschland, bestenfalls in Worms, hergestellt werden.
„Das Anliegen unserer rumänischen Freunde trägt zur Gedenk- und Erinnerungsarbeit bei, die wir in unserer Stadt intensiv pflegen“, betonte der Stadtchef. Die rumänischen Soldaten sollten an dieser Stätte, wo auch viele Soldaten aus anderen Nationen begraben seien, ein würdiges Denkmal erhalten, so der OB. Auf dem Wormser Hauptfriedhof sind 168 rumänische Soldaten, hauptsächlich Kriegsgefangene, in 14 Gemeinschaftsgräbern bestattet.
Da im Ersten Weltkrieg auch viele Deutsche in Rumänien gefallen waren, versprach Mioara Bolosin OB Kissel eine dokumentarische Übersicht über alle Kriegsgräber, in denen deutsche Soldaten bestattet sind.