BRANDBRIEF: Tierheim Worms unterstützt Schreiben an Bundesminister Cem Özdemir
„Zu viele Hundeschnauzen für zu wenig Hände“
Hundeimporte aus dem Ausland, im Bild ein Rhodesian Ridgeback, und Internethandel mit Welpen enden alllzu häufig damit, dass die Tiere im weiteren Verlauf in überfüllten und überforderten Tierheimen landen. Foto: Pixabay
Von Florian Helfert › Tierheime sind schon lange am Limit. Jetzt drohen sie nach Angaben des Wormser Tierheims unter der Last der in Not geratenen Tiere zusammenzubrechen. Darum haben unter anderem das Wormser Tierheim und der Landestierschutzverband Hessen einen Brandbrief an Cem Özdemir und die Tierschutzbeauftragte der Bundesregierung, Ariane Kari, mitgezeichnet, wie das Wormser Tierheim auf Facebook informiert.
„Wir können die Verträge mit den Städten und Kommunen kaum noch erfüllen, die Ämter sind überlastet und wir stehen nun vor einer stetig steigenden Anzahl an Hunden, für welche es keine Tierheimplätze mehr gibt“, heißt es in dem Brandbrief an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Importe und Internethandel als Problem
Als Ursachen hierfür werden zum Beispiel der unkontrollierte Handel mit Hunden – vor allem über das Internet – beziehungsweise der illegale Welpenhandel sowie der übermäßige unkontrollierte Import von Hunden aus dem Ausland und die damit einhergehende Problemverlagerung nach Deutschland genannt.
Des Weiteren kritisiert werden eine aus Sicht der Tierheime mangelnde Reglementierung für Zuchtverbände (Qualzucht, Sachkunde, Überprüfung etc.), mangelnde Sachkunde der Hundehalter oder etwa das fehlende Prozedere zur einheitlichen Anerkennung des Hundetrainer-Berufs. Veraltete Finanzierungsmodelle für Tierheime und fehlende finanzielle Mittel werden ebenfalls moniert.
Mehr verhaltensauffällige Hunde
„Hunde werden ohne Rücksicht aus Profit-, Mode- und Optikgründen für den übersättigten Markt produziert“, heißt es im Brandbrief. Der unüberwachte „Konsum“ der Hunde im Verbund mit fehlender respektive falscher Erziehung resultiere in Tieren, welche oft jahre- oder sogar lebenslang im Tierheim verbleiben würden – und immer häufiger krank und/oder verhaltensauffällig seien. Und aufgrund ausbleibender Nachfrage stagniere das Vermitteln der Hunde.
Gemeinsam fordern die Unterzeichner des Brandbriefes, verbotene Qualzuchten konsequent zu unterbinden und wahlloses, nicht reglementiertes Vermehren von Hunden zu verbieten. Ergänzend appellieren sie, eine den Import von Hunden aus dem Ausland stärker zu reglementieren und zu kontrollieren sowie eine Registrier- und Kennzeichnungspflicht von Hunden einzuführen. Obendrein äußern sie den Wunsch, einen Befähigungsnachweis für Neuhundehalter zu etablieren. Um bestehende sowie erhoffte Gesetze und Verordnungen zum Schutz der Tiere entsprechend umzusetzen, wird appelliert, Städte und Kommunen zu stärken.
Mehr Informationen zum Tierheim Worms unter www.tierheimworms.de