Nach dem Morgengebet erhielten die Kinder in der islamische Gemeinde Milli Görüs in der Bensheimer Straße Süßigkeiten und kleine Geschenke
Zuckerfest beendet Fastenmonat Ramadan
Der Name Zuckerfest kommt von den vielen Süßspeisen, die Kinder an diesem Tag erhalten. Die Aufnahme entstand bei der Milli Görüs Gemeinde in Worms Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der muslimische Fastenmonat Ramadan ging in diesem Jahr vom 9. Juli bis zum 7. August. Dies bedeutete für die Gläubigen, tagsüber war Essen, Rauchen und Trinken untersagt. Gerade in diesem Jahr mit einem extrem heißen Juli und einer ebensolchen Anfangsphase im August ein schwere Herausforderung. Hinzu kam, dass die Tage von Sonnenaufgang bis -untergang sehr „lang” waren, also die Anzahl der Sonnenstunden hoch war. Als Erklärung hier vielleicht so viel, der Ramadan verschiebt sich jedes Jahr, da er der neunte Monat des islamischen Mondkalenders ist und 29 oder 30 Tage dauert. Da der Mondkalender zehn Tage kürzer ist als das Sonnenjahr verschiebt sich der Ramadan jährlich um diese zehn Tage. Fand der Ramadan 2011 noch im August, ist er dieses Jahr im Juli. Im nächsten Jahr wird er im Juni beginnen.
Den Abschluss des Ramadan bildete am Donnerstag ein spezielles Morgengebet in dessen Anschluss das sogenanntes Zuckerfest gefeiert wird. In der islamischen Gemeinde Milli Görüs in Worms in der Bensheimer Straße fand dies morgens von 7 bis etwa 7.30 Uhr statt. Im Anschluss an das Gebet wurde das sogenannte Zuckerfest gefeiert. Der Name kommt von den vielen Süßigkeiten, die die Kinder an diesem Tag erhalten. Aber auch die vielen Erwachsenen freuten sich auf ein reichhaltiges Frühstück. Traditionell wird dies im Kreis der Familie eingenommen, häufig bei den Großeltern.
Die Milli Görös Gemeinde in der Bensheimer Straße zählt rund 300 Männer und Frauen Mitglieder, dazu kommen noch die Kinder. Während des Ramadan, als nur abends gegessen werden durfte, gab es bei Milli Görüs in jenen Abendstunden ein spezielles Unterhaltungsprogramm für Kinder mit einem Spielzeit einer Hüpfburg und besonderer Aufritte, etwa eines Zauberers.
Rund 70 Prozent der Mitglieder bei Milli Görüs sind deutsche Staatsbürger, wobei die meisten türkische Wurzeln haben. Die Gemeinde wurde 1994 in Worms gegründet und ist seit 1999 in der Bensheimer Straße beheimatet. Aufgrund der steigenden Mitgliederzahl wird in naher Zukunft das bisherige Gebäude renoviert und es erfolgt ein Ausbau in geringfügigem Rahmen.
Milli Görüs ist mit 900 Vereinen und rund 530 Moscheen in ganz Deutschland sowie im angrenzenden Europa vertreten.