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  • Do., 04. Februar 2016, 17:22 Uhr
    Die Sparkasse Worms-Alzey-Ried erzielte im Jahr 2015 ein Betriebsergebnis von 23. Mio Euro

    Zufrieden in einem schwierigen Marktumfeld

    die Zeichen aus der neuen Sparkassenwerbung, vorgestellt bei der Bilanzpressekonferenz durch den Vorstand der Sparkasse Worms-Alzey-Ried: Vorstandsmitglied Frank Belzer Vorstandsvorsitzender Dr. Marcus Walden und Vorstandsmitglied Wolfhard Hensel (von links). Foto: Robert Lehr


    VON ROBERT LEHR „Wir haben uns Schwieriges vorgenommen – Wir wollen es den Menschen einfach machen in einer komplizierten Welt“, eröffnete Volker Rathay die Vorstellung des letztjährigen Geschäftsergebnisses der Sparkasse Worms-Alzey-Ried.

    Damit spielte deren Pressesprecher auf den neuen, bundesweiten Werbeauftritt des Sparkassen-Dachverbandes an, der in erster Linie unter dem Claim „Wir machen den Unterschied“ mit Piktogrammen arbeitet, die aus dem Sparkassen-Logo abgeleitet wurden. Sie stehen für verschiedene Themen wie Nähe oder Zufriedenheit stehen.

    Und so zeigte sich auch Dr. Marcus Walden als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Worms-Alzey-Ried. „Denn mit Blick auf das schwierige Marktumfeld sind wir mit dem Geschäftsergebnis 2015 zufrieden“. Damit spielte er an „auf das anhaltend niedrige Zinsniveau für einlagenstarke Kreditinstitute wie unsere Sparkasse“. Dies sei eine besondere Herausforderung, zumal „ein Ende der Niedrigzinspolitik nicht absehbar ist“.

    Solides Wachstum
    Dabei setzte die Sparkasse weiter auf ein „solides Wachstum im Kundengeschäft“, so Dr. Walden. Es habe ein leichtes Wachstum in der Bilanzsumme auf 2.871 Mio. Euro gegeben. Dieser Zuwachs um 10 Mio. Euro sei von Kundeneinlagen und den Zuwächsen im Kreditgeschäft getragen worden.

    Vorstandsmitglied Wolfhard Hensel ergänzte, dass der Grund für die Steigerung der Kundeneinlagen trotz der niedrigen Zinsen, der Wunsch der Kunden nach sicheren Anlageformen sei. Diese sei den Menschen wichtiger als der Rendite.

    „Das niedrige Zinsniveau ist des einen Leid, des anderen Freud“, so Hensel. Denn damit würde es für Unternehmen wie für den Privatsektor interessant sein, mittels Krediten zu investieren – sei es in der Wirtschaft oder beim persönlichen Hausbau.

    So seien mehr als 300 Mio. Euro an neuen Krediten und Darlehen im letzten Jahr von der Sparkasse ausgezahlt worden. Wohnungsbaukredite bildeten dabei mit einem Volumen von rund 159 Mio. Euro einen Schwerpunkt. Die Kunden finanzierten damit Wohnungsneubauten und Bestandsimmobilien, vor allem Maßnahmen zur energetischen Sanierung.

    Ein deutliches Plus habe es auch bei gewerblichen Investitionen gegeben. Hierfür wurden insgesamt 119,9 Mio. Euro an neuen Krediten zur Verfügung gestellt, was eine Steigerung 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeute.

    Wertpapiere als sinnvolle Anlagealternative
    „Bei der Suche nach sinnvollen Anlagealternativen in Zeiten der Niedrigstzinsen führt kein Weg an Wertpapieren vorbei“, ergänzt das dritte Vorstandsmitglied Frank Belzer. So sei das Wertpapiergeschäft der Sparkasse Worms-Alzey-Ried mit 344 Mio. Euro umsatzstark. 177,5 Mio. Euro entfielen dabei auf festverzinsliche Wertpapiere, 89,2 Mio. Euro auf Aktien sowie 77,5 Mio. Euro auf Investmentfonds.

    Ebenso sei eine Steigerung beim Vermittlungsergebnis von Immobilien erzielt worden.

    Wie persönliche Beratung und digitaler Zugang kombiniert werden können, zeigt die Sparkasse Worms-Alzey-Ried mit ihrem Multimediacenter in ihrer Hauptstelle Worms im Lutherring.

    Multimediacenter als große strukturelle Änderung
    Wie persönliche Beratung und digitaler Zugang kombiniert werden könnten, zeige die Sparkasse Worms-Alzey-Ried mit ihrem im letzten Jahr neu eröffneten Multimediacenter in der Hauptstelle im Lutherring, unterstrich Dr. Marcus Walden das veränderte Kundenverhalten. Das Beraterteam sei von Montag bis Freitag dort in der Zeit von 8 Uhr bis 20 Uhr telefonisch, per E-Mail, Chat, Video-Chat und Whatsapp erreichbar.

    Nachdem letztere Möglichkeit ohne große Werbung mit einem schlichten Button auf der Homepage bekannt gemacht wurde, habe es nur ganze 13 Minuten gedauert, bis die erste positive Resonanz von Kunden gekommen wäre.

    „Täglich besuchten schon über 200 Kunden unser Multimediacenter auf digitalem Zugangsweg, also von Zuhause oder unterwegs aus. Das zeigt uns, dass wir mit diesem modernen Angebot dem Wunsch nach leichter Erreichbarkeit der Sparkasse entsprechen“, stellt Dr. Walden erfreut fest. Das Center stelle die größte strukturelle Investition im letzten Jahr dar.

    Zufriedenstellendes Betriebsergebnis
    „Mit dem Betriebsergebnis sind wir mit Blick auf die schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden“, so Dr Marcus Walden zusammenfassend. Das Niedrigstzinsniveau habe 2015 jedoch zu einem weiteren Rückgang des Zinsüberschusses auf jetzt 56,5 Mio. Euro geführt. Dieser Rückgang entspreche auch unseren Erwartungen“, erklärte Dr. Walden.

    Die Sparkasse erziele damit ein Betriebsergebnis von ca. 23 Mio. Euro im Gegensatz zum letzten Jahr mit 27 Mio. Der Provisionsüberschuss sei mit rund 15,2 Mio. Euro annähernd stabil geblieben.

    Dr. Walden „Wir erreichen nicht nur ein positives Jahresergebnis vor und nach Steuern. Wir sind wiederum in der Lage, durch Bildung von weiteren Vorsorgereserven die Substanz der Sparkasse nochmals zu verbessern. Den absehbar schwierigen Geschäftsjahren, die vor uns liegen, können wir dadurch aus einer Position der Stärke heraus begegnen.“

    Walden machte keinen Hehl daraus, dass man bei der Bilanzsumme fest die 3.000 Mio.-Marke im Visier habe.

    Bedeutender Arbeitgeber
    Größten Wert legte Dr. Marcus Walden auf die Tatsache, dass die Sparkasse „ein Institut der Region sei – im Unterschied zu den Geschäfts- oder Privatbanken“. Die Verwurzelung in der Region drücke sich auch in der Tatsache aus, dass manche Familien schon seit Generationen Sparkassen-Mitarbeiter stellen. zudem sei man mit aktuell 585 Mitarbeitern einer der größten hiesigen Arbeitgeber.

    Daher sei es auch selbstverständlich, der Region etwas zurückzugeben. Dies geschehe u.a. durch die Sparkassen-Stiftung, die auf vielfältige Weise gemeinnützige Organisationen und nachhaltige Projekte unterstütze.

    Die wachsende Zahl von Zuwanderern stellt insbesondere Kommunen vor große Herausforderungen. Ein wesentlicher Schlüssel zur Integration und der Vermittlung in den Arbeitsmarkt sind ausreichende Sprachkenntnisse.

    Die Sparkassen Stiftung „Gut für die Region“ unterstützte Sprachkurse als wichtige Maßnahmen zur Integration mit  Spenden. Die Gelder gingen an die  Volkshochschule Worms sowie zur Förderung des Ehrenamtes im Rahmen der Integrationsarbeit und Sprachvermittlung bei Asylsuchenden im Ried.

    Ein weiterer Schwerpunkt der Förderung durch die Sparkassenstiftung lag bei der Jugendarbeit. Dem Jugendzeltplatz in Nieder-Wiesen im Landkreis Alzey-Worms wurde mit einer Spende die Anschaffung neuer Möbel für die Verpflegungs- und Übernachtungsgebäude ermöglicht.

    Aber auch die Förder- und Sponsorengelder der Sparkasse im Jahr 2015 hätten links und rechts des Rheins wieder 1 Mio. Euro betragen, so der Vorstandsvorsitzende. Mit dem Geld würden Schulen, Kindergärten, Vereine, kulturelle, soziale und karitative Einrichtungen unterstützt.

    Erschließungsgesellschaft der Sparkasse schafft Raum zum Leben
    Mit ihrem Tochterunternehmen, der ESW GmbH, unterstützt die Sparkasse die Kommunen bei der Realisierung von privatrechtlichen Baulanderschließungen. Technischer Partner der ESW ist die Pfalzwerke Infrastruktur GmbH.

    Seit 2001 hat die ESW GmbH in der Region 16 Baugebiete mit mehr als 730 Baugrundstücken privatrechtlich erschlossen.

    Aktuelle Projekte sind der Vorstufenausbau in Alsheim, „Alsheim Ost II“, die Vorbereitung des in Kürze geplanten Endausbaus in den Baugebieten Worms-Heppenheim „Auf der Kolbenmühle“, in Worms-Abenheim Ortseingang Ost südlich der Wonnegaustraße (AB 6)“ und in Worms-Weinsheim „Ostpreussenstrasse“.

    Das Baugebiet Alsheim  „Alsheim Ost II“  wird voraussichtlich bis Ende April  im Vorstufenausbau errichtet. Derzeit unterstützt die Erschließungsgesellschaft bei der Planung eines neuen Baugebietes in Worms-Neuhausen, bei der Entwicklung des Gebietes „An der Nievergoltstraße“ in Worms-Hochheim. Die Nachfrage nach Baugrundstücken in der Region ist nach wie vor ungebrochen und übersteigt das Angebot.

    Zuversicht trotz Unsicherheiten
    Selbstverständlich ging es am Ende des Gespräches auch um die zukünftige Entwicklung und deren Risiken. Dr. Marcus Walden sieht die Sparkasse Worms-Alzey-Ried sehr gut aufgestellt, zumal man als Anstalt des öffentlichen Rechts nicht wie die Privat- oder Geschäftsbanken in erster Linie ein Institut der Region sei. Also solches sei man mit rund 130.000 Kunden zum einen fest verwurzelt. Zum anderen nicht Aktionären und deren Dividende, sondern der Region und ihren Menschen verpflichtet sei.

    Natürlich könne niemand mit Sicherheit sagen wie sich die Weltwirtschaft und das allgemeine Zinsniveau entwickle, aber man habe vielfältige Strategien, auch dem gerecht zu werden.

    So arbeite man schon lange mit den anderen Sparkassen in Rheinessen und an der Bergstraße eng zusammen und werde diese Zusammenarbeit auch weiterhin pflegen und intensivieren. Gerade im Finanzierungsgeschäft verteilten sich so die Risiken, so Dr. Walden.

    Personalkosten als größter Posten
    Als einer der größtem Arbeitgeber mit derzeit 585 Mitarbeitern sind es selbstverständlich auch die Personalkosten, die mit 32 Mio. Euro den größten Posten ausmachen. Aber Dr. Marcus Walden schließt einen betriebsbedingten Abbau aus „das passt nicht zu unserem Haus!“

    Um Kosten zu sparen, würden Stellen so nach Renteneintritt z.B. nicht neu besetzt und die Arbeiten innerhalb des Hauses neu verteilt.

    Eine weitere Schließung von Geschäftsstellen wollte Walden allerdings nicht generell ausschließen. Man prüfe permanent die Akzeptanz der einzelnen Filialen.

    „Geschäftsstellen behalten ihre zentrale Rolle in der Flächenversorgung unserer Kunden“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Durch die Nutzung von Filialen mit veränderten Öffnungszeiten durch mobile Sparkassenteams und den weiteren Ausbau von Online-Angeboten reagiert die Sparkasse auf das geänderte Kundenverhalten.

    Die jüngsten Preiserhöhungen rechtfertigte Dr. Marcus Walden mit der allgemeinen Entwicklung. In der Branche sei man sich geschlossen einig, dass „die Zeit der kostenlosen Dienstleistungen“ vorbei sei.

     

     

     

     

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