Aus dem Haupt- und Finanzausschuss: Neue Perspektive für Staudinger Grundschule / IGS-Turnhalle: Barrieren bleiben
Zukunft für Neuhausens Grundschule gesichert
Archivfoto: Gernot Kirch
VON FLORIAN HELFERT In Anbetracht der erforderlichen Investitionen in die Staudinger Grundschule berichtete Oberbürgermeister Michael Kissel im Haupt- und Finanzausschuss, dass die Priorität der städtischen Investitionen Jahr für Jahr in den Wormser Schulen liege. Um die vier betroffenen Unterrichtsblöcke in einer Notsanierung zu ertüchtigen, bedarf es laut Stadtoberhaupt gemäß der ersten der beiden vorgestellten Varianten einer Investition in Höhe von 1,3 Millionen Euro. „Mittelfristig werden dann allerdings weitere, sehr kostenintensive Maßnahmen folgen müssen“, ergänzte Kissel den großen Nachteil der ersten Variante.
Container als Brückenlösung
„Stattdessen empfiehlt die Verwaltung einen zweigeschossigen Containerbau, um drei Jahre zu überbrücken, bis die dann sanierten Räume der aktuellen Karmeliter Realschule Plus freiwerden“, warb Michael Kissel für den alternativen Vorschlag der Verwaltung. In der früheren Staudinger Hauptschule sind aktuell noch solange einzelne Klassen der Karmeliter Realschule ausgelagert, bis deren Standort an den Goethestraße fertig ausgebaut ist.
Mit dem einhelligen Votum für die zweite Variante schloss sich der Ausschuss auch der durch den Schulelternbeirat bevorzugten Lösung an, „die sich diesen Namen tatsächlich verdienen kann“. Zudem dankte der Schulelternbeirat in seiner vor der Sitzung eigens verteilten Stellungnahme explizit Baudezernent Uwe Franz für dessen „offenen Austausch über Möglichkeiten und Notwendigkeiten“.
Kein Aufzug für IGS-Turnhalle
„Bei der Dreifeld-Halle der Nelly-Sachs-IGS ist der öffentliche Eindruck entstanden“, bedauerte Oberbürgermeister Michael Kissel im weiteren Verlauf des Ausschusses, „dass ein barrierefreier Zugang zur sanierten Turnhalle erst nach der Kritik bei der Eröffnungsfeier geprüft worden sei“.
Ein barrierefreier Zugang zur im Untergeschoss liegenden alten Turnhalle ist, wie im Ausschuss jedoch berichtet wurde, bereits 2008 mit Beginn der Planungen und nochmals 2014 beim Baubeginn vor der abschließenden Sanierung untersucht worden. „Wir haben ein Bestandsgebäude saniert und nebenan eine barrierefreie Mehrzweckhalle eingerichtet“, erinnerte Kissel.
Tücken der Technik
Die wünschenswerte Barrierefreiheit sei hier leider weder praktikabel noch wirtschaftlich vertretbar. Für eine Rampe als Zuwegung für Rollstuhlfahrer fehlt der Platz, so dass nachträglich ein Aufzug eingebaut werden müsste. „Auch ein brandsicherer Aufzug kann ausfallen“, warnte Kissel davor, den barrierefreien Zugang wichtiger wie eine Evakuierung unter Panik im Brandfall zu gewichten.
Dennoch kritisierte Dr. Klaus Karlin den fehlenden Zugang für behinderte Schülerinnen und Schüler an einer Schwerpunktschule zur Turnhalle im Untergeschoss als „Treppenwitz“ und mahnte an, sich als Stadt Zeit zu nehmen und weitere Gespräche zu führen.
Weitere Beschlüsse
Je einstimmig vorberaten beziehungsweise beschlossen worden sind u.a., die „Ringanlage Willy-Brandt-Ring“ entlang des Luginsland zu sanieren; überplanmäßige Mittel für den Neubau einer viergruppigen Kita in Pfiffligheim bereit zu stellen; auf Grundlage einer durchgeführten öffentlichen Ausschreibung eine Vollzeitstelle in der aufsuchenden Jugendarbeit zu vergeben; der Vereinbarung über die zu erneuernde Lichtsignalanlage an der B9/Oberrheinstraße zuzustimmen; der Auftragsvergabe für Straßenunterhaltungsarbeiten in der Berggasse zwischen der Binger Straße und der Eckenbertstraße zuzustimmen; ein Einsatzleitwagen (ELW 1) für die SEG Führung des Katastrophenschutzes der Stadt Worms zu beschaffen.