Taubenproblematik: Siegfried Deibert äußerst sich zu den Vor- und Nachteilen eines Taubenschlages- oder -Turmes
Zunächst die Finanzierung sichern!
Siegfried Deibert begrüßt es, dass sich der Tierschutzverein „Menschen Helfen Tieren e.V.“ und der Wormser Innenstadtausschuss für eine „artgerechte Unterkunft mit Betreuung für Tauben“ einsetzt. Doch der Ehrenvorsitzende des Vogel- und Geflügelzuchtvereins 1909 Worms-Leiselheim e.V.merkt kritisch an, dass dies nicht „ganz so einfach wird“. Recherchiere man im Internet, so könne man feststellen, dass so manches Pilotprojekt eines Taubenturmes oder Taubenschlages gescheitert sei, da die Tauben diese Unterkünfte nicht angenommen hätten.
Der Vorschlag, Taubentürme zu errichten, sei „keine Ideallösung, da dort die vorgeschriebene Hygiene schwer umzusetzen ist“. Der Vogelfreund denkt hier eher an „einen Dachstuhl in der Nähe eines Bauernhofes“ im ländlichen Bereich, in der Stadt aber an den des Domes oder des Rathauses. Aber unabhängig von dem, was man tue, „die Vorschriften der Taubenhaltung müssen eingehalten werden!“
Mit Veterinäramt zusammenarbeiten
Von Nutzen sei laut Deibert, das Veterinäramt Alzey-Worms in das Projekt mit einzubinden. Dies können nur von Vorteil sein. Einzelne Betreuer hierzu seien hier vollkommen fehl am Platz. „Nach meiner Überzeugung kann dies nur von einem Verein übernommen werden“, so Siegfried Deibert, und weiter, dass „Tauben grundsätzlich Bakterien und Parasiten übertragen können“. Gefahr bestehe laut des Spezialisten dabei vor allem beim Kontakt mit dem Taubenkot. Wie groß die Gefahr sei, hänge auch von der Resistenz des jeweiligen Menschen ab.
Taubenschläge müssten laut Deibert artgerecht eingerichtet sein und einmal im Jahr stehe eine gesetzliche Impfung vom Tierarzt an. Hinzu kämen u.a. die Unterstands-Erhaltungskosten, die Medikamente, die Parasiten-Bekämpfung, das Taubenfutter sowie Wassertränken.
Deibert weiß, dass „man leicht auf einen Betrag von 3.000 bis 4.000 Euro im Jahr kommt“. Ob man dies alles durch Spenden regulieren könne, sei sehr fraglich. Vielmehr sei Hilfe von der Stadt wünschenswert, bei klammer Kasse sei dies aber „sehr fraglich“.
Dabei bleibt sein Fazit, dass zunächst die Finanzierungeines solchen Projektes sicherzustellen sei. Ansonsten blieb es „ein schöner Gedanke“.
Auch Siegfried Deibert wünscht sich eine professionelle Losung – nicht erst, seitdem wieder eine vergiftete Taube gefunden wurde. Foto: Pixabay