Pünktlich zum Backfischfest wurden neue Uniformen präsentiert / 18 Gewänder kosten 19.000 Euro
Zunftgesellen strahlen in moderner Ausstattung
Georg Blockus, 1. Vorsitzender der TGW, Dr. Marcus Walden, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Worms-Alzey-Ried und Michael Kissel, Oberbürgermeister (von links) mit einigen Gesellentänzern und ihrem Hauptmann Dennis Pfeiffer (Mitte). Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Nachdem die alten Uniformen der Gesellentänzer der Turngemeinde nach 23 Jahren durch Wind und Wetter sowie immer wieder nötigen Anpassungen an die aktuellen Aktiven schon reichlich gelitten hatten, konnten am Montag die neuen Garnituren der Zunftgesellen im Foyer des Rathauses präsentiert werden. Dank der Unterstützung durch die Stadt wurden Sponsoren gefunden, die die 19.000 Euro für die insgesamt 18 Uniformen aufbrachten. An der Finanzierung beteiligten sich die Sparkasse Worms-Alzey-Ried, die Turngemeinde Worms, die EWR AG, KVG sowie die Stadt Worms. Die zwei Hauptmannskleider und 16 Aufmachungen für die Zunftgesellen wurden von der Firma Negele Textil in Tradition GmbH in Tuttlingen originalgetreu hergestellt. Optisch kaum von den alten Garnituren zu unterscheiden, sind sie durch moderne Fasern und einer Teflonbeschichtung pflegeleichter und robuster geworden. Ein Grundstock an neuen Uniformen konnte nun gelegt werden, der bei Bedarf durch die alten Gewänder ergänzt werden wird.
Gesellentanz 1483 uraufgeführt
Dr. Marcus Walden, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Worms-Alzey-Ried berichtete aus seiner Recherche zum Brauchtum des Tanzes, bei der er auf der Seite des Backfischfestes fündig wurde. Im Jahre 1926, auf Anregung von Dr. Friedrich M. Illert, wiederaufgelebt, hat der Gesellentanz seine Wurzeln im Spätmittelalter, als der Tanz zu Ehren von Bischof Johannes von Dalberg anlässlich seines Worms Besuches anno 1483 erstmalig vor der Münze aufgeführt wurde. Dank bewahrter historischer Berichte konnte der Tanz rekonstruiert und historisch getreu erweitert werden. Die modernen Kostüme sind denen aus einer Beschreibung aus dem Jahr 1575 detailgetreu nachempfunden. Das sich abwechselnde rot-weiß assoziiert man gerne mit den Stadtfarben, tatsächlich lehnt sich das Rot an das Symbol für die Reichsfreiheit der Stadt an, es galt als die Blut- und Feuerfarbe des Reiches. Das Weiß steht für die Farbe Silber.
Turngemeinde Heimat der Zunftgesellen
Angesiedelt in der Turngemeinde rekrutieren sich aktuell viele der Gesellentänzer aus den Reihen der Hockeyspieler, die zum Teil schon viele Jahre diese Tradition leben und teilweise von ihren auswärtigen Arbeits- oder Studienplätzen, manchmal sogar aus dem Ausland, zurück nach Worms kommen, um an der Backfischfesteröffnung und dem großen Festumzug als Tänzer dabei zu sein.