
Nach dem großen Schulfest im Sommer hat die Karl-Hofmann-Schule Berufsbildende Schule in einem offiziellen Festakt die Gründung des Gewerbevereins und damit den Ursprung der Gewerbeschule gefeiert. Dazu war die Schule in ihre "Wiege", nämlich in die alte Gewerbeschule, die heute besser als Lucie-Kölsch-Musikschule bekannt ist, eingeladen.
In ihrer Begrüßungsrede konnte die pädagogische Direktorin Gabi Lock neben Staatssekretär Hans Beckmann und Oberbürgermeister Michael Kissel auch die beiden Landtagsabgeordneten Jens Guth und Adolf Kessel willkommen heißen. Sie skizzierte die Vielfalt der neu hinzu gekommenen Aufgaben und verwies auf die gute pädagogische Arbeit der Lehrkräfte, die trotz immer schwieriger werdenden Ausgangsbedingungen viele junge Menschen in ihrer Ausbildung begleiten und fördern. Die Schule sei wie stets Spiegel der Gesellschaft und muss sich folglich ständig neuen Herausforderungen stellen. Lock forderte den politischen Willen ein, Schulen in Deutschland bei dieser Arbeit noch mehr zu unterstützen. Sie wünschte sich mutigere politische Entscheidungen und sagte: „Der Geist von Pipi Langstrumpf brächte uns hier oft weiter als der von Annika".
In der anschließenden Podiumsdiskussion griff der Moderator geschickt Elemente aus dem Vortrag von Gabi Lock auf. So kam auch die Frage nach den städtischen Investitionen in die Schule auf. Schulleiter Jens Leilich und Oberbürgermeister Michael Kissel betonten, dass bereits mit der Sanierung der Dächer, dem neuen Chemielabor, der Elektrowerkstatt und der Erneuerung der Küchen in den letzten Jahren Millionen investiert worden seien.
Staatssekretär Hans Beckmann betonte, dass die Schule an wichtigen Projekten, wie BS20, teilgenommen habe und der Schulstandort damit weiterentwickelt worden sei. Mit BS20 sollen insbesondere kleinere Berufsgruppen mit wenigen Schülern an einem Standort gehalten werden. "Sie leisten hier eine wertvolle Arbeit", lobte Beckmann die Schulgemeinschaft. Mit Klaus Berg war auch ein ehemaliger Schüler vertreten. 1956 war Berg als Lehrling in die Schule gekommen und war nach einer Ingenieursausbildung und dem Referendariat wieder als Lehrer zurückgekommen. Seit seiner Zeit haben sich Methoden, aber auch das Schülerklientel verändert, sagt der spätere Schulleiter heute. Bereut habe er aber nicht, sein ganzes Leben in der Schule verbracht zu haben.
Die Schülerperspektive eröffnete Julia Betcher, die das gute Klima an der Schule lobte. „Ich fühle mich sehr wohl", so die Schülersprecherin. Wenn es Konflikte gäbe, so arbeite sie eng mit der Schulleitung zusammen. "Wir finden eigentlich immer eine Lösung", aber ab und an müsse man auch mit Mitschülern sprechen, dass sie ihre überzogenen Vorstellungen etwas herunterschrauben." Elektromeister Jörg Knies betonte die Wichtigkeit der Kooperation zwischen Schule und Betrieb, sowie die Wichtigkeit der Mitgliedschaft im Förderverein.
Die Schule hatte verschiedene Exponate von Schülern ausgestellt, die im Rahmen der 175-Jahr-Feier entstanden waren, so beispielsweise eine Uhr mit den LED verzierten Jahreszahl der Gründung der Schule und eine Weltkarte mit der Herkunft der Schüler. Außerdem hatte Anja Buchholz eine Galerie mit Schülern, die die verschiedenen Berufe der Karl-Hofmann-Schule darstellten.
Beitrag aus der Rubrik