
Von Marcus Diehl › Tabellenführer TuS Mechtersheim gab am Samstagmittag seine Visitenkarte in der EWR-Arena ab. Es war eine Partie genau nach dem Geschmack der Wormatia. Erwartet wurde eine Mannschaft, die mit breiter Brust, viel Selbstvertrauen im Tank und an der Partie mit starken Akzenten teilnehmen wird. Nach dem bisherigen Saisonverlauf gesehen schien das Spiel genau das Richtige für die Mannschaft von Trainer Artur Lemm zu werden. Nach 96 Minuten Spielzeit haben die beiden Mannschaften gehalten, was im Vorfeld von ihnen erwartet wurde. Mit dem 2:2 (1:1)-Unentschieden kam es am Ende zu einer gerechten Punkteteilung.
Es war kein Spiel für die beiden Torjäger Mert Özkaya und dem Ex-Wormaten Andrew Wooten. Der Mechtersheimer war nur in der zweiten Minute gefährlich, als er einen Kopfball aus wenigen Metern über den Kasten setzte. Und Mert verpasste den früheren Ausgleich, als er einen Foulelfmeter an die Latte knallte er. Ansonsten wurden Beide sehr gut aus dem Spiel genommen.
Die Partie wurde mit offenem Visier bestritten, von der Spielanlage her ähnelten sich die beiden Teams. Jedes hatte seine dominante Phase – auch wenn spielerisch nicht alles gelungen ist. Aber Jeder, der mit einem Trikot auf dem Platz stand, hat seine Seele auf dem Platz gelassen.
So stand die Partie bis zum Abpfiff immer auf des Messers Schneide. Den möglichen Siegtreffer hatten beide Mannschaften auf dem Fuß, wobei die höhere Güte der Torgelegenheiten bei der Wormatia lag.
Der VfR startete ungewöhnlich in das Spiel. Eigentlich geht er auf eine mögliche frühe Führung, doch diesmal waren die Gäste damit erfolgreich – mit großer Hilfe der Wormatia. Der Ball war so gut wie geklärt, doch kein Team war in der Lage, die Situation im Strafraum endgültig aufzulösen und Firat Alpsoy sagte „Danke“.
Es dauerte noch einige Zeit, bis der VfR sich in die Partie einarbeitete. Unnötige Fehlpässe hemmten den Spielaufbau, während die Gäste gedankenschneller wirkten. In Unterzahl, Raphael Akoto hatte sich am Sprunggelenk verletzt und musste daraufhin auch ausgewechselt werden, gelang der Ausgleich. Der guten Vorarbeit von Isaac Okwubor, setzte Justin Barry noch einen darauf. In überragender Manier setzte er den Ball von der linken Strafraumkante in das rechte obere Toreck.
Ein höflicher Gast hat natürlich auch Geschenke dabei. Diese hat der TuS kurz nach der Pause überreicht. Eine Hereingabe von Nico Jäger prallte einige Male durch den Strafraum und Justin Barry brachte den Ball mit der Hacke im Kasten unter. Die Partie war gedreht – aber nicht lange. Beim 2:2-Ausgleich durch Mate Bozic wäre etwas mehr Dynamik im Zweikampf bei Nico Jäger und Isaac Okwubor wünschenswert gewesen. Vielleicht wollten beide keinen Freistoß kurz vor dem Strafraum produzieren. Der Abschluss war jedenfalls auch von besonderer Güte, Luca Pedretti hatte keine Abwehrchance. Zwischen den beiden Toren hatte Isaac Okwubor die beste Chance der Partie liegen gelassen. Wenn er dabei das mögliche 3:1 gemacht hätte – wer weiß, wer weiß …
Am Ende können beide Teams mit dem Ergebnis leben, obwohl Trainer Artur Lemm nach der Partie nicht ganz zufrieden war. Den vielen Glückwünschen zum Punktgewinn konnte er zunächst nicht viel abgewinnen: „Wir haben den Anspruch, egal wer der Gegner ist, unsere Heimspiele zu gewinnen.“
Am nächsten Tag sah die Sache etwas anders aus und er konnte viel Positives aus dem Spiel seiner Jungs ziehen. Hoffentlich ist die Verletzung von Raphael nicht gravierend. Mit Belel Meslem steht nach dem Abschlusstraining ein weiterer verletzter Akteur auf der Liste.
Nun sollte die große Intensität auch in den Spielen an den Tag gelegt werden, wobei der VfR als Favorit startet. Am Samstag, dem 10. Oktober, geht es zum FV Diefflen, Anpfiff ist dort um 15.30 Uhr. Diefflen steht auf dem drittletzten Tabellenplatz. Aber Vorsicht ist geboten: Pirmasens holte dort nur einen Punkt und TuS Koblenz verlor sogar.