Die „Geschichte der Stadt Worms“ und der „Wormsgau“ in überarbeiteter bzw. neuer Form
Zwei bedeutende Werke überarbeitet
Dr. Josef Mattes, Dr. Ferdinand Werner, Oberbürgermeister Michael Kissel, Dr. Gerold Bönnen und Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek (v.l.) präsentieren die Neuauflage der „Geschichte der Stadt Worms“ und das neue „Wormsgau“.
Es sei ein ganz bemerkenswertes Werk, bescheinigte Oberbürgermeister Michael Kissel bei der Präsentation der Neuauflage der „Geschichte der Stadt Worms“ und des neuen „Wormsgau“ im Rahmen eines Pressegesprächs.
Erschienen ist die Erstauflage der „Geschichte der Stadt Worms“ vor ziemlich genau zehn Jahren, damals in einer Auflage von 3.000 Exemplaren. Bereits vor Weihnachten desselben Jahres sei die gesamte Auflage vergriffen gewesen, berichtete Dr. Gerold Bönnen, der als Leiter des Stadtarchivs federführend für das Werk verantwortlich zeichnet. Und auch der erschienene Nachdruck ist inzwischen nicht mehr verfügbar, weswegen der Theiss-Verlag eine Neuauflage vorgeschlagen hatte und die Dank der Sponsoren Volksbank, Sparkasse und Altertumsverein sowie einem eigenen Kontingent der Stadt realisiert werden konnte.
Die Neuauflage wurde von den Autoren nicht nur aktualisiert, sondern auch um eine Übersicht der Ereignisse der letzten zehn Jahre ergänzt. „Das Werk fasst alle bedeutenden Geschehnisse in der Geschichte unserer Stadt zusammen“, erläuterte der Stadtchef, der das Buch gerne auch an Gäste verschenkt. Besonders beeindruckend sei der neue Teil, der die unglaubliche Dynamik in der Stadtentwicklung in den letzten zehn Jahren aufzeige, hob Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek hervor. Der direkte Vergleich verdeutliche, dass in diesem kurzen Zeitraum sehr viel mehr bewegt worden sei als in früheren Jahren. Für eine historische Einordnung der Ereignisse aus dem letzten Jahrzehnt sei jedoch ein längerer zeitlicher Abstand erforderlich, erläuterte Dr. Bönnen.
Nichts desto trotz liefert die Ergänzung einen Forschungsüberblick der letzten zehn Jahre mit mehr als 100 Titeln.
Interessierte Bürger können mehr zu der Neuauflage am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Wormser im Rahmen der Wintervortragsreihe des Altertumsvereins erfahren.
„Immer etwas heimatlos“
Ein anderes wichtiges Werk zur Geschichte der Stadt Worms präsentiert sich in völlig neuem Gewand: Die wissenschaftliche Zeitschrift „Der Wormsgau“ wurde optisch komplett neu gestaltet. Bereits seit 1926 geben Stadt und Altertumsverein die Zeitschrift heraus. Ohne Verleger sei sie jedoch stets ein wenig „heimatlos“ gewesen, erläuterte Dr. Bönnen. Nun allerdings konnten die Herausgeber die in Worms ansässige Wernersche Verlagsgesellschaft für sich gewinnen.
Als besonderes herausragendes Thema des inzwischen 31. Bandes nennt Bürgermeister Kosubek einen Beitrag von Tanja Wolf vom Stadtarchiv, in dem erstmals eine Fotoreihe des Fotografen Friedrich Arnold in Gänze Beachtung findet. Teilweise bisher unveröffentlichte Bilder zeigen den Brand der Wormser Synagoge in der Reichspogromnacht aus verschiedenen Perspektiven.
Erkenntnisreich ist auch der Beitrag von Verleger Dr. Ferdinand Werner, der die Historie des Heylshofsparks mit Plänen und Bildern aufbereitet hat.
„Der Wormsgau“ solle das Flaggschiff für die Erforschung der Stadtgeschichte sein und auch außerhalb der Stadt Beachtung finden, machten Dr. Bönnen und Dr. Josef Mattes vom Altertumsverein deutlich.
Sowohl die Neuauflage der „Geschichte der Stadt Worms“ als auch „Der Wormsgau“ sind ab sofort in Wormser Buchhandlungen erhältlich.