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  • Do., 03. August 2023, 10:52 Uhr
    DM JUNGSENIOREN: Carolin Walter (TC Weiler) triumphiert bei Damen 35 / Duo Franjo Matic und Oliver Rozehnal aus Bad Kreuznach siegt im Herren-Doppel

    Zwei Titel bleiben in der Region

    Lauren Wagenaar aus Velbert in Nordrhein-Westfalen sicherte sich in einem epischen Match über beinahe vier Stunden mit einem 7:5/7:6 gegen Mareike Köhler (STG Geroksruhe bei Stuttgart) den DM-Titel der Damen 30. Foto: Marcus Diehl


    Von Jürgen Jaap › Die Deutschen Tennis-Meisterschaften der Jungsenioren 2023 sind Geschichte. Das vom TC Bürgerweide Worms ununterbrochen seit 2010 bereits in der 14. Auflage in der Nibelungenstadt perfekt ausgerichtete Tennis-Turnier der Altersklassen 30 und 35 Jahre bei Damen und Herren zog trotz schier endloser Wetter-Kapriolen über der wunderschönen Anlage im Wormser Wäldchen wieder einmal zahlreiche Tennis-Fans aus Nah und Fern in seinen Bann. Und mit Carolin Walter aus Bingen (Damen 35) und dem Bad Kreuznacher Duo Franjo Matic (TC Gensingen) und Oliver Rozehnal (TC BW Bad Kreuznach) triumphierten auch noch in Worms durchaus bekannte und beliebte Tenniscracks aus Rheinhessen und Rheinland-Pfalz. Und das kam in den sechs Wettbewerben der nationalen Titelkämpfe so …

    Damen 35

    Sympathisch, sensationell, souverän. Drei Worte, die das Comeback von Carolin Walter (TC Weiler) auf die große nationale Tennisbühne beschreiben. Zehn Jahre hatte die zweifache Mutter ob der Geburt ihrer Kinder den Tennisschläger weitgehend an den Nagel gehängt. „Mein erster Deutscher Meistertitel kam für mich völlig unerwartet“, konnte es die Frau aus der Nähe von Bingen in Rheinhessen kaum fassen. Ein DM-Titel freilich, den Nina Stepp, die Auftaktgegnerin von Carolin Walter, fix auf der Rechnung hatte. „Für mich ist Carolin Walter die Favoritin auf den Turniersieg“, orakelte die Wormser Tennis-Ikone des TCB bereits vor dem ersten Aufschlag.

    In der Tat. Erst musste Nina Stepp beim 0:6/4:6 dem extrem sicheren Grundlinienspiel ihrer Kontrahentin fast ohne unerzwungene Fehler Tribut zollen. Im Halbfinale räumte Carolin Walter die an Position eins gesetzte Julia Molitor (TC Diedenbergen/Hessen) in zwei Sätzen aus dem Weg. Und auch das Finale gegen die Nummer zwei des Turniers, Eva Theron (TC RW Neu-Isenburg/Hessen), war letztlich eine klare Sache für die Bingerin. Wobei: Im ersten Durchgang hielt die Siegerin bei den Damen 35 aus 2021 beim 6:3 dem druckvollen Spiel von Carolin Walter lange Stand. Doch der zweite Satz ging ganz glatt mit 6:0 an die sympathisch zurückhaltende Tennisspielerin des TC Weiler.

    Damen 30

    Mächtige beidhändige Rückhand, satter Vorhand-Topspin, guter erster Aufschlag und richtig Länge in den Schlägen: Das Spiel von Lauren Wagenaar (Netzballverein 1898 Velbert/Nordrhein-Westfalen) und Mareike Köhler (STG Geroksruhe bei Stuttgart/Baden-Württemberg) ähnelt sich sehr. Folglich bestimmten sehr lange Rallys das Finale der Damen 30 auf absoluter Augenhöhe zwischen den zwei topgesetzten Spielerinnen. „Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals ein derart langes Match über zwei Sätze gespielt zu haben“, resümierte Lauren Wagenaar den 7:5/7:6-Erfolg nach fast vier Stunden (!) Spielzeit. Es brauchte schon die innigen Glückwünsche ihrer mitfiebernden Eltern, um die Müdigkeit (Lauren Wagenaar: „Aus meinen Beinen kommt jetzt nichts mehr!“) nach einem fantastischen Finalspiel bei einem mehr als verdienten Gläschen Sekt heraus zu feiern.

    Herren 35

    Im mit 36 Teilnehmern größten Wettbewerb der Herren 35 schafften es mit Sebastian Schiessl (TC Rot-Weiß Straubing/Bayern) und Thomas Burgemeister (TC BW Bad Ems/Rheinland-Pfalz) die beiden topgesetzten Spieler ins Finale. „Ich hatte hier eine Mission zu erfüllen“, stand Sebastian Schiessl der Siegeswille buchstäblich ins Gesicht geschrieben. „Nach drei Final-Niederlagen in den Jahren zuvor wollte ich diesen Meistertitel unbedingt“, erklärte der Bayer. Und Sebastian Schiessl hielt sich ans Programm. Ein super Service, der technisch astreine Rückhand-Slice und eine klasse Länge in den Grundschlägen bescherten dem Ostbayern ein schnelles 6:2. „Oan Punkt noch, doan fahr’n mer hoam“, motivierte sich Sebastian Schiessl bei 5:4 und Matchball zum 6:4 im zweiten Durchgang im bayrischen Dialekt selbst. Das half, die Mission war erfüllt.

    Herren 30

    Gut 200 Tennis-Fans erlebten das wohl beste Match des gesamten Turniers zwischen dem ungesetzten Franjo Matic (TC Sprendlingen-Gensingen) und Martin Bürkle (Freiburger TC/Baden-Württemberg). Power-Tennis pur. Erst dominierte der an sieben gesetzte Freiburger mit seinem über 200 Stundenkilometer schnellen Aufschlag beim 6:2 das Geschehen. Doch der Lokal-Matador hielt mit seiner brachialen einhändigen Rückhand, schnellen Vorhand-Topspins und klasse Volleys beim 6:1 in Durchgang zwei voll dagegen. Winner über Winner und keine Breaks im finalen Satz bis zum 4:4. Dann ein Break zum 5:4 für Franjo Matic. „Ich hab’ da echt nicht mehr an den Sieg geglaubt“, räumte Martin Bürkle später ein. Ein Spiel fehlte dem Polizisten aus Bad Kreuznach noch zum ganz großen Coup. „Ich war nervös, verlegte zwei Volleys“, stellte Franjo Matic fest. Es waren die beiden ersten Volley-Fehler überhaupt – und die erneute Wende im Match. Martin Bürkle schlug zwei Asse, passierte zweimal, schnappte sich so mit 7:5 im Entscheidungssatz seinen ersten DM-Titel.

    Damen-Doppel & Herren-Doppel

    Den aus regionaler Sichtweise krönenden Abschluss der nationalen Titelkämpfe lieferten die beiden Doppel-Wettbewerbe der Damen und Herren. Zunächst nutzte Franjo Matic an der Seite seines kongenialen Doppel-Partners Oliver Rozehnal (TC BW Bad Kreuznach) die zweite Chance auf den im Einzel knapp verpassten DM-Titel. Mit vier Siegen ohne Satzverlust pflügte das an vier gesetzte Bad Kreuznacher Duo geradewegs durch das Feld der 16 gemeldeten Doppel. Es ließ im Finale auch den an Position eins gesetzten Florian Henning (Bayern)/Jörg Bornemann (Sauerland) beim 6:4 und 6:0 kaum eine Schnitte. Ähnliches gelang der kurz zuvor im Damen 30-Finale unterlegenen Mareike Köhler. An der Seite von Julia Sauer (TC Klein-Krotzenburg/Hessen) rang die junge Frau aus Stuttgart das Wormser Duo Eva Meffert und Nina Stepp im Tiebreak des ersten Durchgangs nieder. Nach einem 6:2 im zweiten Satz holte sich die Stuttgarterin folglich doch noch den ersehnten Deutschen Meistertitel.

    DTM Jungsenioren 2023 in Worms – Splitter:

    Die Bälle
    Gespielt wurde – häufig auch bei Nieselregen – mit Bällen der Marke Wilson namens DTB-Tour 2.0. Die vom Deutschen Tennisbund speziell für offizielle Turniere und die Bundesliga-Wettbewerbe zur Verfügung gestellten Bälle „kann man nicht kaufen“, wie Turnier-Chefin Jana Wagner mitteilte. Sie gibt es exklusiv nur bei nationalen Tennis-Top-Events.

    Der Platzdienst
    Falko Schneider auf einem umgebauten Golfcart mit Schleppnetz, Roberto Mazolo, Dennis Lisek und Nick Kugele am Abziehnetz, Linienbesen und Wasserschlauch sorgten vor, nach und bei den Finals auch während der Matches dafür, dass sich die rote Asche der sechs Tennisplätze auf der Anlage des TCB immer im perfekten Zustand präsentierte. Und dies schaffte der höchst erfahrene TCB-Platzdienst jeweils in Windeseile.

    Das Preisgeld
    Nick Kugele, zuständig beim TC Bürgerweide Worms für Marketing, Sponsoren und die Siegerehrungen der Meisterschaften, brachte insgesamt Preisgelder in Höhe von 3.300 Euro an Mann und Frau. Zudem gab’s neben den Begrüßungsgeschenken für alle Teilnehmer für die erfolgreichen Doppel, Sieger und Platzierte auch noch jede Menge Sachpreise abzuräumen.
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