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  • Do., 13. Dezember 2018, 14:57 Uhr
    Die Ökumenische Hospizhilfe Worms stellte am Donnerstag ihre Planungen zu einer Nutzung von Teilen des Hochstifts vor

    Zwei unterschiedliche Konzepte zu Hospiz - ist ein Kompromiss möglich?

    In Gebäudeteilen des Hochstifts könnte ein Hospiz entstehen. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Der Bedarf eines Hospizes für Worms und Umgebung ist unbestritten, um Menschen auf ihrem allerletzten Lebensabschnitt ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Dabei soll die Einrichtung so strukturiert und organisiert sein, dass Angehörige und Freunde an der Seite des Sterbenden sein können. Die Einrichtung soll eine Kapazität zwischen 10 und 15 Zimmern haben, also für 10 bis 15 todkranken Menschen einen Platz bieten, um aus dem Leben zu scheiden. Im Durchschnitt sind die Gäste, so die Bezeichnung für Todkranken, etwa drei bis vier Wochen in einem Hospiz. 

    Im größeren Umfeld von Worms existieren bereits in Bensheim, Mainz, Ludwigshafen und Bad Dürkheim Hospize und in Ingelheim ist eine solche Einrichtung am entstehen. Der Umsetzung in der Nibelungenstadt bzw. im südlichen Rheinhessen steht eigentlich nichts mehr Weg, würde es da nicht zwei unterschiedliche Konzepte von zwei unterschiedlichen Organisationen geben. Da ist zunächst der Verein „Stationäres Hospiz Rheinhessen“, der 2016 gegründet wurde und ein Hospiz für Worms und das südliche Rheinhessen in der Gemeinde Eppelsheim realisieren möchte. Am Mittwoch, den 12. Dezember, fand nun eine Pressekonferenz  der Ökumenischen Hospizhilfe Worms statt, die ein solches Sterbehaus im Gebäudeteil A des ehemaligen Krankenhauses Hochstift realisieren möchten. Hinter der Ökumenischen Hospizhilfe stehen Organisationen wie die katholische und evangelische Kirche sowie die Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie.

    Nutzung des Gebäudeteils A 

    Auf der Pressekonferenz am 12. Dezember stellte Architekt Jörg E. Deibert eine Machbarkeitsstudie über die Nutzung des Blocks A des Hochstiftes vor. Der Architekt betonte, dass das Hospiz nur in drei Etagen jenes Blocks A einziehen soll. Der Umbau der Etagen 3, 4 und 5 würde zwischen zwei und drei Millionen Euro kosten. Dies sei weitaus günstiger als ein Neubau, der etwa die doppelte Summe verschlinge. Insgesamt könnten maximal 14 Gäste, also todkranke Menschen einziehen. Dazu kämen noch einmal drei Zimmer für Angehörige. Jedes Zimmer habe ungefähr 30 Quadratmeter und verfüge über eigene Nasszelle, also Dusche und Toilette. Aus Brandschutzgründen müsste noch ein zweiter Fahrstuhl eingebaut werden. Während die Gästezimmer in der 3. und 4. Etage des Blocks A wären, käme in die 5. Etage eine Aufenthaltsbereich mit Dachterrasse, von der aus die Gäste und ihre Angehörigen einen wunderschönen Blick über Worms hätten.

    Wie die unteren Stockwerke (Erdgeschoss sowie das 1. und 2. Obergeschoss) zukünftig genutzt werden sollen, stehe noch nicht fest, so Caritasdirektor Georg Diederich, denkbar seien hier Arztpraxen sowie betreute Wohnformen und Büros der mobilen Hospizhilfe.

    Zentrale Lage von Worms

    Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz hob Caritasdirektor Georg Diederich die zentrale Lage von Worms als Standort eines Hospizes hervor. Hier könnten Angehörige und Freunde sowohl mit dem Auto wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut anreisen. Vor dem Gebäude würden 13 Parkplätze für Besucher und drei für Taxen zur Verfügung stehen. Zudem gebe es in unmittelbarer Nähe Hotels, in denen Besucher und Verwandte übernachten könnten. In der Innenstadt von Worms existiere auch eine entsprechende Infrastruktur mit Cafés und Geschäften.

    Rechne man die relativ günstigen Umbaukosten sowie die zentrale Lage von Worms zusammen, sei Worms bzw. der Block A des Hochstiftes eine sehr gute Lösung, so Georg Diederich.

    Vorschlag als Diskussionsgrundlage

    Georg Diederich wie auch Dekan Harald Storch und Dompropst Tobias Schäfer sahen in der Präsentation der Machbarkeitsstudie in erster Linie ein Gesprächsangebot an den Verein „Stationäres Hospiz Rheinhessen“, ob sich eventuell doch ein gemeinsames Hospiz für Worms und Umgebung realisieren lasse. Daher werde auch noch ein offizieller Brief an den Verein geschickt, um noch einmal das Gespräch zu suchen und an einer einvernehmlichen Lösung zu arbeiten.

    Was passiert, wenn der Verein auf „seinem“ Hospiz in Eppelsheim beharrt, blieb am Mittwochabend unbeantwortet, auch wenn alle Beteiligten bemüht waren, den Konflikt nicht „hochkochen“ zu lassen. Vielmehr setzten die Verantwortlichen auf einen Dialog. Nicht auszuschließen ist aber, dass am Ende der Dialog scheitert, also kein Kompromiss gefunden werden kann, und zwei Konzepte, eines in Worms und eines in Eppelsheim, zu Realisierung anstehen. Dann muss letztlich die AOK entscheiden, welchem der Konzepte sie den Vorzug gibt, oder ob vielleicht doch zwei Hospize entstehen können? Die Entscheidung der AOK ist wichtig, da es auch um eine Menge Geld geht, denn eine Pflegeplatz in einem Hospiz kostet pro Monat rund 10.000 Euro. Und 95 Prozent davon übernimmt die Kasse. Ohne die Gelder der AOK ist ein Hospiz nicht finanzierbar. Der Nibelungen Kurier hat diesbezüglich bei AOK nachgefragt, wie die Kasse zu den zwei Konzepten steht. Auf die Antwort darf man gespannt sein.

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