Tischtennis-2. Bundesliga 2019/2020: TV Leiselheim verliert Zweitliga-Heimdebüt gegen 1. FC Saarbrücken-TT II völlig unnötig mit 3:6
Zweimal Hoffnung und zurück
Alles begann aus Leiselheimer Sicht so eindrucksvoll: Im rasanten Duell der beiden Spitzendoppel ließen Youssef Abdel Aziz (links) und Vadim Yarashenka dem rumänischen Weltklasse-Spieler Cristian Pletea und dem deutschen Nachwuchs-Ass Mike Hollo beim Sieg in drei Sätzen mit 12:10, 11:3 und 11:9 keine Schnitte. Foto: Felix Diehl
„Heim 3“ – „Gast 6“ stand es da in fetten schwarzen Lettern auf weißem Grund auf der Anzeigetafel in der TVL-Sporthalle auf dem Leiselheimer Trappenberg zu lesen. Konnte dieses Ergebnis stimmen? Eine Frage, die gut 100 Zuschauer, welche Zeugen des ersten Meisterschaftsspiels des TV Leiselheim nach dem Aufstieg aus der 3. Tischtennis-Bundesliga Süd in die 2. Tischtennis-Bundesliga am heimischen Trappenberg waren, wohl eher mit einem „Nicht wirklich, oder?!“ beantwortet hätten. Doch, es stimmte! Das Team des langjährigen Leiselheimer Trainers Christian Kaufhold hatte das Zweitliga-Heimdebüt der Saison 2019/2020 gegen die Bundesliga-Reserve des amtierenden Deutschen Vizemeisters 1. FC Saarbrücken-TT vermeintlich klar mit 3:6 verloren.
TVL legt furios los
Eine Niederlage, die sich lange wie ein Sieg anfühlte. Legte der mit dem Ägypter Youssef Abdel-Aziz, dem Engländer David McBeath und dem Weißrussen Vadim Yarashenka um die beiden TVL-Youngster Medardas Stankevicius (Litauen, 19 Jahre) und den Deutsch-Rumänen Vladimir Anca (20 Jahre) auf den ersten drei Positionen neu formierte Aufsteiger doch los, als gäbe es kein Morgen. Das TVL-Duo Abdel-Aziz/Yarashenka ließ dem rumänischen Weltklasse-Spieler Cristian Pletea und dem deutschen Nachwuchs-Ass Mike Hollo keine Chance. McBeath/Anca erhöhten in vier Sätzen gegen den Belgier Florian Cnudde und den Slowenen Peter Hribar scheinbar mühelos auf 2:0.
2:0-Führung gibt keinen Rückenwind
In den Einzeln schien der Trend eine Fortsetzung zu erfahren. David McBeath schnappte sich den ersten Satz gegen Pletea, Youssef Abdel-Aziz lag 2:1 Sätze gegen Cnudde in Front. „Das fühlte sich gut an, mindestens ein 3:1-Vorsprung zur Pause lag in der Luft“, hoffte TVL-Coach Kaufhold. Eine Hoffnung, die nicht in Erfüllung ging. Plötzlich drehte sich die Partie, der Rückenwind verpuffte jäh. Saarbrücken glich aus. Mehr noch. Vadim Yarashenka und Medardas Stankevicius kamen unter dem Eindruck des unglücklich erlittenen 2:2-Ausgleichs nicht in Schwung und blieben weit hinter ihren spielerischen Möglichkeiten zurück. Die Folge: Hribar und Hollo punkteten zum 4:2-Zwischenstand für ihre Farben.
Leiselheim bäumt sich nochmals vergeblich auf
Alles gelaufen? Von wegen. Der 27-jährige David McBeath stellte in drei glatten Sätzen gegen Cnudde auf 3:4. Youssef Abdel-Aziz überrollte mit knallhartem Angriffs-Tischtennis nah am Tisch Pletea in den beiden ersten Sätzen jeweils 11:3. Erneut keimte Hoffnung beim TVL auf. Eine Hoffnungsblase, die aber wieder platzte. Pletea glich zum 2:2 in den Sätzen aus, lag im Entscheidungssatz 9:10 hinten, retournierte einen Aufschlag des Ägypters haushoch. Normalerweise eine Formsache, doch der 19-jährige Linkshänder donnerte den Matchball über den Tisch.
Zwei Ballwechsel später holte sich der Rumäne das längst verloren geglaubte Einzel doch noch. Es passte irgendwie zum Spielverlauf, dass der klare Sieg in drei Sätzen von Medardas Stankevicius gegen Mike Hollo nicht mehr in die Wertung kam, denn am Nebentisch verlor Vadim Yarashenka in vier Sätzen gegen Peter Hribar. Und auch wenn viele Zuschauer in der Sporthalle das nicht richtig glauben konnten: Der TV Leiselheim hatte sein erstes Heimspiel in der 2. Tischtennis-Bundesliga trotz teilweise drückender Überlegenheit völlig unnötig mit 3:6 verloren.
Tischtennis – 2. Bundesliga TV Leiselheim (Rheinland-Pfalz) vs. 1. FC Saarbrücken-TT II (Saarland)3:6 Spiele / 16:19 Sätze
Punkte TVL: Youssef Abdel-Aziz/Vadim Yarashenka, David McBeath/Vladimir Anca, David McBeath.