Die Grünen warben am Freitag auf dem Wormser Obermarkt mit den Ministerinnen Lemke und Alt sowie den Direktkandidaten Grünewald und Schellhammer für die Landtagswahl
„Zweitstimme für die Grünen“
Die Grünen räumten am Freitag auf dem Obermarkt symbolisch die Altlasten aus dem Weg. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Es wird um jede Stimme bei der Landtagswahl gekämpft. Kein Wunder, sieht es doch nach einem ganz engen Wahlergebnis aus. Nach den jüngsten Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen vom 10. März stehen die Grünen nur noch bei 5,5 Prozent, was bedeutet, sie müssen jetzt sogar um den Einzug ins Mainzer Landesparlament zittern. Um noch einmal alle Stammwähler zu mobilisieren, reisten am Freitagmorgen die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, Integrationsministerin Irene Alt sowie der Fraktionsvorsitzende Daniel Köbler für eine Stunde nach Worms. Ursprünglich war der bekannte Grünenpolitiker Cem Özdemir angekündigt, doch musste dieser krankheitsbedingt passen.
5 Jahre Fukushima
Das große Thema der einstündigen Veranstaltung auf dem Wormser Obermarkt war neben der Landtagswahl die Atomkatastrophe von Fukushima, die sich am Freitag zum fünften Mal jährte. Gemeinsam mit dem BUND gedachten die Grünen diesem Ereignis. Zunächst sprach daher Uli Weiß vom BUND und erinnerte neben Fukushima auch an den Atomunfall in Tschernobyl, der sich vor 30 Jahren ereignete. Ministerin Eveline Lemke wies beim Atomausstieg daraufhin, wie wichtig es sei, dass die Grünen nicht nur in den Landtag einziehen, sondern an der Regierung bleiben. Für die Grünen bleibe das Abschalten aller Atomkraftwerke auf der Tagesordnung. Dabei schloss sie die Anlagen in den Nachbarländern ausdrücklich mit ein. Unter einer Ministerpräsidentin Julia Klöckner (CDU) sei die Energiewende hingegen gefährdet. Erneuerbare Energien Die Zukunft gehöre den erneuerbaren Energie, betonte Eveline Lemke. Rheinland-Pfalz sei hier ganz weit vorne. Schon heute würden 40 Prozent der verbrauchten Energie im Land aus erneuerbaren Quellen stammen, Tendenz steigend. Auch beim Netzausbau liege das Land im Bundesvergleich weit vorne. Bei den Speicherkapazitäten müsste die Landesregierung noch ihre Hausaufgaben machen, aber auch hier habe man sich auf den Weg gemacht.
Für eine offene Gesellschaft
Zum Abschluss sprach der Fraktionsvorsitzende im Mainzer Landtag, Daniel Köbler. Im besonderen Fokus seiner Kritik stand die AfD, die von zwölf Millionären Geld erhalten habe, aber angeblich nicht wisse, wer diese seien. Daniel Köbler rief dazu auf, am Sonntag demokratische Parteien zu wählen. Am besten mit der Zweitstimme die Grünen, aber auf keinen Fall rechtsextreme oder rechtspopulistische Parteien, die die Spaltung der Gesellschaft betrieben. Die Grünen stehen hingegen für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft, so der Fraktionsvorsitzende abschließend.