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    ALZEY-WORMS: Ein Blick in den Arbeitsalltag der Lebensmittelkontrolle des Landkreises

    Zwischen Betriebskontrolle, Probenahme und Schreibtischarbeit

    Ein unangekündigter Besuch, Schutzkleidung, ein Blick in Kühlräume und Produktionsbereiche, Temperaturmessungen und manchmal eine Lebensmittelprobe: Wenn die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Alzey-Worms einen Betrieb kontrolliert, wird genau hingeschaut. Doch die Arbeit beginnt schon vor der Kontrolle und endet erst am Schreibtisch.

    Genau hinschauen

    Die Lebensmittelüberwachung plant regelmäßige Kontrollen im Voraus. Für die Betriebe kommen sie allerdings überraschend: Zeitpunkt und Termin werden nicht angekündigt. Diese unangekündigten Kontrollen sind nach EU-Recht sogar vorgeschrieben. Bei der Planung der Kontrollintervalle berücksichtigt die Lebensmittelüberwachung unter anderem frühere Kontrollergebnisse, die Risikoeinstufung des Betriebs und die Arbeitsabläufe. Vor Ort prüfen die Mitarbeitenden Räume, Arbeitsbereiche und Geräte sowie Kühlung, Lagerung und Kennzeichnung der Lebensmittel. Auch Reinigung und Eigenkontrollen gehören dazu.

    Vom Imbiss bis zum Winzer

    Das Aufgabengebiet der Lebensmittelüberwachung des Landkreises Alzey-Worms ist vielfältig. Es reicht von landwirtschaftlichen Erzeugern und Weinbaubetrieben über Lebensmittelhersteller und Geschäfte bis zu Gaststätten, Imbissen, Kantinen und Cateringbetrieben. Auch Betriebe für kosmetische Mittel, Tabakerzeugnisse und bestimmte Bedarfsgegenstände gehören dazu.

    Manchmal entnimmt die Lebensmittelüberwachung zusätzlich Proben, etwa bei geplanten Kontrollen oder einem konkreten Verdacht. Die Mitarbeitenden kennzeichnen und dokumentieren die Proben und achten auf die nötigen Temperaturen. Untersucht werden die Proben nicht in der Kreisverwaltung, sondern im Landesuntersuchungsamt. Dort untersuchen Lebensmittelchemikerinnen und -chemiker die Proben. Anschließend bewertet die Lebensmittelüberwachung die Ergebnisse. Bei Mängeln können Nachkontrollen und Fristen zur Behebung der lebensmittelrechtlichen Verstöße folgen. Neben den Routinekontrollen können auch Verbraucherbeschwerden eine sogenannte Kontrolle aus besonderem Anlass auslösen.

    Ruhig bleiben und konsequent handeln

    Nicht jede Kontrolle verläuft reibungslos. Die Reaktionen reichen von Kooperation bis hin zu Ablehnung, Verweigerung oder Aggression. Häufig fahren die Lebensmittelkontrolleurinnen und -kontrolleure allein zu den Betrieben. In bestimmten Situationen, beispielsweise bei bekannten Problemfällen oder bei größerem Arbeitsaufkommen sind sie auch zu zweit unterwegs. Subjektiv nehmen die Mitarbeitenden seit der Corona-Pandemie häufiger aggressive Situationen wahr. Auch Beratung gehört zum Arbeitsalltag.

    Kontrolle ist auch Schreibtischarbeit

    Ein großer Teil des Berufs findet neben dem Außendienst am Schreibtisch statt. Kontrollergebnisse und Probenahmen werden dokumentiert, Berichte erstellt und Untersuchungsergebnisse nachbereitet. Die Schreibtischarbeit kann 60 bis 70 Prozent der Arbeitszeit ausmachen. Dafür braucht es mehr als einen geschulten Blick für Hygiene: Genauigkeit, Flexibilität, Menschenkenntnis und Fachwissen sind gefragt.

    Zwei Jahre Weiterbildung

    Im Landkreis Alzey-Worms arbeiten insgesamt acht Lebensmittelkontrolleurinnen und -kontrolleure. Sie kommen beispielsweise aus Berufen wie Metzgermeister, Braumeister, Bäckermeister oder Koch mit Technikerabschluss oder haben ein Studium im Bereich Lebensmittelsicherheit absolviert. Eine entsprechende Weiterbildung ist auch für Fachkräfte aus dem Lebensmittel- und Kosmetikbereich möglich.

    Die Weiterbildung dauert 24 Monate und verbindet Theorie und Praxis. 720 Unterrichtsstunden an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen vermitteln Kenntnisse in Recht, Warenkunde, Mikrobiologie und Parasitologie sowie Lebensmittel- und Betriebshygiene. Hinzu kommen Praktika in den Laboren des Landesuntersuchungsamtes und die praktische Ausbildung mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen.

    Kein Kontrolltag gleicht dem anderen: Mal geht es um einen Kühlraum, mal um eine Lebensmittelprobe, mal um eine Verbraucherbeschwerde. Für die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Alzey-Worms gehört es zum Alltag, genau hinzusehen, Sachverhalte zu dokumentieren und Ergebnisse zu bewerten, um dem obersten Ziel gerecht zu werden: Verbraucherschutz durch Lebensmittelsicherheit.

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