Mo., 21. März 2022, 13:57 Uhr
GUNDHEIM: Fünfköpfige Familie sucht Schutz in Belgien und gastierte im Winzerdorf Gundheim
Zwischenstopp für ukrainische Flüchtlingsfamilie
Am vergangenen Wochenende „strandeten“ drei schulpflichtige Kinder, zwei Mädchen und ein Junge, mit ihren Eltern als Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Schlossgasse in Gundheim. Aus Angst vor den Angriffen der russischen Aggressoren in ihrem Land sind sie nach Angaben von Diakon Peter Schreiber Hals über Kopf aus ihrer Heimatstadt Kiew über die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer geflohen.
Über die benachbarte Republik Moldau ging es über das „Brückenland“ Rumänien fürs Erste weiter nach Deutschland. Hier hatte eine Neubürgerin aus Belgien den Kontakt hergestellt und den Unterschlupf ermöglicht. Zwischenziel auf der Reise war die Schlossgasse im Winzerdorf Gundheim. Begleitet von einem befreundeten Anwohner „siedelte“ die ukrainische Familie hier für zwei Tage zur „Erholung“, um dann wieder neu aufzubrechen, um in der belgischen Hauptstadt Brüssel bis auf weiteres ein neues Zuhause zu beziehen.
Die Unterbringung in der Wonnegau-Gemeinde war mit sehr großer Herzlichkeit auf beiden Seiten verbunden. In englischer Sprache spürte man die extreme Offenheit über die bedrängenden Fragen des Krieges und der lebensbedrohlichen Flucht. Gut bepackt mit Spielen, Bilderbüchern, Puzzles und einem schmucken Schutzengel für die orthodoxen Christen – ein sehr wertvolles Gastgeschenk – sowie einen Fußball im passenden Rucksack des TSV 1862 Gundheim, machte sich die Fluchtfamilie auf den letzten Abschnitt ihrer anstrengenden Reise.
Ein Weinpräsent vom Weingut Michel krönte diese segensreiche Begegnung in Gundheim. Natürlich wurden die Adressen, Handy-Nummern und e-mail-Kontakte ausgetauscht, um zukünftig in Verbindung zu bleiben.