Wir schreiben den 20. Juni 2020. Am 33. Spieltag der Bundesliga-Saison 2019/20 kam es in der Mainzer Opel Arena zum Showdown im Abstiegskampf zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem SV Werder Bremen. Die Ausgangslage war klar: Während die Mainzer um Trainer Achim Beierlorzer (Platz 15, 34 Punkte) dank ihres Überraschungserfolgs in Dortmund den Klassenerhalt perfekt machen konnten, kämpften die Werderaner (Platz 17, 28 Punkte) um die letzte Chance, zumindest noch Fortuna Düsseldorf (29 Punkte) vom Relegationsplatz verdrängen zu können.
Es war das Finale einer außergewöhnlichen Saison, die normal begann, aber deutlich später als geplant und ohne Zuschauer in den Stadien endete. Die Bundesligavereine mussten sich an strenge Hygienevorgaben halten, um die Gesundheit aller Beteiligten und der Gesellschaft zu gewährleisten. Nicht nur im Profifußball haben Isolation, Kontaktsperren, Home Office und Co das Leben vieler Menschen stark eingeschränkt und dadurch auch verändert. Weitere Informationen dazu auch hier.
Werder verpasst frühe Führung und wird bestraft
Das Hinspiel in Bremen endete 0:5, es war der höchste Auswärtssieg in der Bundesligageschichte der 05er. Werder-Trainer Florian Kohfeldt machte im Vorfeld des Duells klar, dass sich ein solches Ergebnis nicht wiederholen dürfe und deklarierte die Begegnung zum Alles-oder-Nichts-Spiel für seine Mannschaft. Entsprechend forsch gingen die Grün-Weißen die Partie direkt nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Manuel Gräfe an. In der ersten Viertelstunde erkämpften sie sich zahlreiche Torchancen, scheiterten aber stets knapp. Besonders hervorzuheben ist hierbei die großartige Parade vom Mainzer Torwart Florian Müller in der 4. Spielminute nach einem harten Flachsschuss von Josh Sargent.
Anschließend begann die Partie jedoch zu kippen und die 05er hatten plötzlich mehr vom Spiel. Nach einer Freistoßflanke von Daniel Brosinski köpte Karim Onisiwo den Ball in hohem Bogen über Werder-Keeper Jiri Pavlenka, hinter ihm konnten die Bremer Verteidiger den Ball aber zunächst noch von der Linie kratzen. Doch die Erleichterung währte nur kurz, denn Robin Quaison reagierte am schnellsten und drückte die Kugel dann doch noch knapp über die Linie zum Mainzer 1:0 (25. Minute). Die Verunsicherung auf Seiten der Bremer war im Anschluss deutlich zu spüren, Mainz drängte direkt auf das zweite Tor. Und es dauerte tatsächlich nur wenige Minuten, ehe Danny Latza durchs Mittelfeld spazierte und auf Jean-Paul Boetius querlegte, der mit einem Flachschuss ins rechte Eck auf 2:0 erhöhte (30. Minute). Danach konnte Werder dank Torwart Pavlenka zumindest noch das dritte Gegentor verhindern, selbst kamen die Hanseaten vor der Pause kaum noch zu gefährlichen Situationen.
Trotz Bremer Kampf: Mainz macht den Deckel drauf
Mit einer Niederlage wäre Werders Abstieg besiegelt gewesen, wenn Düsseldorf gleichzeitig gegen Augsburg gewinnen würde. Beim dortigen Spiel stand es zur Halbzeit 1:1, also musste der SVW ins Risiko gehen, um das schlimmste zu verhindern. Dementsprechend wechselte Kohfeldt zur Halbzeit offensiv und brachte mit Fin Bartels und Niclas Füllkrug zwei Angreifer, die neuen Schwung bringen sollten. Letzterer konnte sich in der 58. Minute stark im Strafraum behaupten und überließ den Ball dann Davy Klaassen. Der Niederländer legte zurück auf Yuya Osako, der den mittlerweile verdienten Anschlusstreffer für Werder Bremen erzielte.
Danach drängten die Bremer weiter auf den Ausgleich, gleichzeitig boten sich dadurch aber auch Räume für die Rheinhessen. Jiri Pavlenka konnte die Bremer durch starke Paraden gegen den eingewechselten Adam Szalai (66. Minute) und Karim Onisiwo (69. Minute) im Spiel halten. In der Schlussphase entwickelte sich ein packendes Spiel, dessen Ausgang nicht vorherzusehen war. Die Mainzer waren eher darauf bedacht, die Führung über die Zeit zu bringen, während Werder alles versuchte - doch die zündende Idee fehlte am Ende. Für die Entscheidung sorgte letztlich Edimilson Fernandes, der nach einem simplen Zuspiel von Ridle Baku das 3:1 für den 1. FSV Mainz 05 erzielte (85. Minute). Schon jetzt war klar, was der Abpfiff schließlich offiziell machte: Mainz 05 wird auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen!
Happy End für beide Teams
Nach den ersten Freudensprüngen versammelte Sportvorstand Rouven Schröder die Mannschaft auf dem Platz und hielt eine emotionale Rede, in der er erklärte, wie stolz er auf das Team sei, weil man zusammengehalten habe und es so allen zeigen konnte. Achim Beierlorzer kommentierte den Klassenerhalt später trocken mit: "Deckel drauf, Sack zu." Nach einer knappen Niederlage in Leverkusen am letzten Spieltag beendete sein Team die Saison auf einem ordentlichen 13. Tabellenplatz. Werder Bremen konnte sich hingegen noch dank Schützenhilfe von Union Berlin (3:0 gegen Düsseldorf) in die Relegation retten, wo die Hanseaten sich gegen Heidenheim behaupten konnten. Somit kommt es auch in der neuen Saison zum Duell Mainz gegen Bremen.
Die Saison 2020/21 beginnt am 11. September mit der 1. DFB-Pokalrunde, eine Woche später startet am 18. September um 20:30 Uhr die Bundesliga mit einem Spiel des Deutschen Meisters FC Bayern München. Sollte es neue Informationen zum Saisonstart von Wormatia Worms oder andere Regionale Fussball News geben, wird der Nibelungen Kurier darüber berichten.