Günther M. ist ein großer Mann, zehn Jahre jünger als Mick Jagger, wie er sagt. Er trägt schwere Ringe, Lederarmbänder blitzen an den Rändern seines sportlich schmal geschnittenen roten Sweatshirts auf, das er zu dunkler Jeans und neuen schwarzen Turnschuhen trägt. Der graue Bart ist frisch getrimmt, die Haare kurz geschnitten; seine Zeigefinger lassen erahnen, dass er zu viel raucht. Doch das ist wohl das kleinste Übel, mit dem er zu kämpfen hat. Seit 50 Jahren ist es der Alkohol, der sein Leben bestimmt. Bestimmte. „Ich war ein haltloser Säufer“, sagt Günther M. direkt und lässt den Blick durch den Gruppenraum der Caritas-Suchtberatung schweifen. Seit zwei Jahren kommt