Von Florian Helfert › Als „rückwärtsgewandt und in weiten Teil unsachgemäß“ weist die Initiative Wormser for Future (WfF) die Bedenken der Bürgerinitiative „Kein Repowering der Windräder in Worms-Leiselheim und -Herrnsheim“ (der NK berichtete) in einer Pressemitteilung zurück. Windkraft sei eine Energiequelle, die dazu beitrage, weniger abhängig von fossilen Brennstoffen zu sein und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. „Damit ist sie ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung des Klimawandels“, hält WfF-Sprecher Bernhard Susewind den Gegnern um Heinrich Hofmann vor.
Beim genehmigten „Repowering“ werden drei Windenergieanlagen durch zwei doppelt so hohe und mehr als doppelt so leistungsstarke ersetzt. Dies sieht die Initiative Wormser for Future als geboten an. „Der Ausbau von Windenergie ist entscheidend für die nationalen und internationalen Klimaziele sowie für eine nachhaltigere Energieversorgung, wie sie etwa aufgrund des Pariser Klimaabkommens notwendig sind“, so Susewind. Worms zum Beispiel habe das Ziel, den Strombedarf aller Haushalte bis 2030 in Worms rechnerisch ausschließlich umweltfreundlich zu decken.
Auch darum stellt sich Susewind auf die Seite der städtischen Genehmigungsbehörde, während er Hofmann vorwirft, mit nicht korrekten Argumenten Stimmung zu machen.
Windenergie trage zur Diversifizierung der Energiequellen und innerhalb des europäischen Stromverbundes ermögliche das Zusammenspiel unterschiedlicher Erneuerbarer Energien, dass die Energieversorgung auch an Tagen mit schwacher Windlast sichergestellt sei. Nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Mai erreichten laut Susewind im Vorjahr 96 Prozent des erneuerbar erzeugten Stroms den Endverbraucher.
Die Erneuerung des Windparks nutze technische Fortschritte, erhöhe die Effizienz der Energieerzeugung und führe mittelfristig zu niedrigeren Stromkosten. „Windenergie dient letztlich dazu, unsere Lebensgrundlagen zu schützen“, argumentiert Susewind. Die Effizienzsteigerung bei den Windenergieanlagen entwickele sich zu einem Standortvorteil und sichere hochwertige Arbeitsplätze und gute Löhne sowohl durch den Bau und Betrieb von Windparks als auch durch die damit verbundenen Dienstleistungen und Lieferketten.
Nach Bewertung von WfF stellt die Genehmigung sicher, dass von den zwei Anlagen keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Lärm oder Feinstaub für die Menschen ausgehen. Der wetterbedingte Materialabtrag der Rotorblätter stelle keine Gefahr für die Gesundheit dar. „Dies ist das Ergebnis einer Abschätzung der Wissenschaftler des Fraunhofer Institutes für Windenergie und Energiesystemen (IWES)“, widerspricht Susewind Argumenten der BI. Danach sei sogar der Abrieb aller Schuhsohlen sechsmal höher – von (Auto-)Reifen ganz zu schweigen!
„Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen verursacht Windenergie keine Luftverschmutzung, was Luftqualität und ökologisches Gleichgewichts verbessert“, ist sich Susewind sicher.
Wormser for Future räumt ein, dass Energieanlagen einen negativen Einfluss auf den Verkehrswert benachbarter Wohnimmobilien haben können. Anwohner in der Nachbarschaft der Anlagen müssten sich allerdings entgegenhalten lassen, dass andernorts Industrieanlagen wie ein Kohle- oder Atomkraftwerk für deren Wohnnachbarschaft eine weit höhere Minderung des Verkehrswerts bewirken würden.
Die Ansichten beider Initiativen können nicht gegensätzlicher sein. Im Streit zwischen der BI rund um Hofmann und der Stadt wird am Ende vor Gericht entschieden werden.
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